Grimme-Institut erstellt Gutachten

„Bildung für und über Big Data“

Dr. Harald Gapski vom Grimme-Institut mit Dr. Oliver Siemoneit vom Karlsruher Institut für Technologie KIT. Foto: Monika Elias/Grimme-Institut

Big Data, die Analyse digitaler Massendaten zur Gewinnung neuer Einsichten, hält zunehmend Einzug in den Alltag. Ein souveräner Umgang mit eigenen Daten und ein grundlegendes Verständnis von den Datenauswertungsprozessen gewinnen im digitalen Zeitalter an Bedeutung. Was aber meint Big Data und worauf beziehen sich Bildungsangebote? Erfahren Erwachsene ebenso etwas über Big Data wie Kinder und Jugendliche? Welche Angebote gibt es für Schüler(innen) oder Studierende in der formalen Bildung?

Diese und weitere Fragen untersuchte das Gutachten „Bildung für und über Big Data: Status Quo – Möglichkeiten und Grenzen der Medienbildung – flankierende Handlungsempfehlungen“. Die Studie in Form eines Gutachtens versucht aktuelle Antworten auf vier Leitfragen zu geben: (1) „Wer spricht wie und in welchem Kontext über Big Data und Bildung?“ (Diskurse und Rahmen), (2) „Wer bietet was für wen an?“ (Angebote und Zielgruppen), (3) „Was folgt daraus?” (Ergebnisse und Folgerungen) und (4) „Was sollte getan werden?“ (Handlungsempfehlungen). Besonderer Wert wurde dabei auf einen explorativen und weiten Zugang bei der Recherche zu den Bildungsangeboten innerhalb des Untersuchungsfeldes gelegt. Dieser schließt explizit nicht nur formale, sondern auch non-formale und ggf. informelle Lern- und Bildungskontexte für verschiedene Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder und Jugendliche, Verbraucher(innen) oder Bürger(innen) ein. Die in dem Gutachten genannten Handlungsempfehlungen zielen weniger auf instrumentell-qualifikatorische und arbeitsmarktorientierte Aspekte einer Bildung über Big Data ab, sondern betonen ethisch-reflexive, persönlichkeitsbildende, partizipative und politische Dimensionen. Die hohe Bedeutung aufklärerischer Bildungsdimensionen im Hinblick auf Big Data hervorzuheben und in Beziehung zu den anderen wirtschaftlichen, politischen und technischen Diskursen zu setzen, stellt eine zentrale Aussage dieses Gutachtens dar.

Die Ergebnisse des Gutachtens wurden erstmals im Rahmen eines Workshops auf den „Bonner Gesprächen zur politischen Bildung 2018“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) am 3. März 2018 präsentiert. Dr. Oliver Siemoneit vom Karlsruher Institut für Technologie KIT, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse ITAS, verdeutlichte den rund 150 Teilnehmenden, wie das Gutachten in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt ABIDA (Assessing Big Data) eingebunden ist und stellte Ergebnisse aus den bisher durchgeführten Bürgerkonferenzen vor. Dr. Harald Gapski, Leiter Grimme Forschung, erläuterte im Anschluss die Vorgehensweise sowie ausgewählte Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Gutachtens.

Das Gutachten stellt ein erstes, eigenständiges Arbeitsergebnis des 2017 neu eingerichteten Bereichs „Grimme Forschung“ am Grimme-Institut dar (www.grimme-forschung.de). Das Gutachten ist auf der Website des ABIDA-Projekts veröffentlicht und erreichbar unter: 

Gapski, Harald / Tekster, Thomas / Elias, Monika (2018): Bildung für und über Big Data. Gutachten im Rahmen von ABIDA – Assessing Big Data. Marl: Grimme-Institut. 

 
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