(Marl) Rund 180 Gäst*innen sorgten heute Abend für ein volles Haus im Grimme-Institut – es war „Bergfest“, die Halbzeitfeier der Grimme-Preis-Jurywoche.
Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu blickte eingangs noch einmal auf das ereignisreiche vergangene Jahr und natürlich das noch kommende, Torsten Zarges, Chefreporter des Medienmagazins DWDL.de, Juryvorsitzender des Deutschen Radiopreises und mehrfacher Grimme-Preis-Juror, „talkte“ mit der Medienjournalistin und Podcasterin Annika Schneider über die letztjährige Verleihung des Donnepp Media Awards und die daran anschließende Kontroverse, die Grenzziehung zwischen Aktivismus und Journalismus sowie Fragen der Glaubwürdigkeit.
„An der Unabhängigkeit unserer Jurys und Kommissionen führt kein Weg vorbei. Sie sind das Herz des Grimme-Preises. Nur wenn Jurys frei urteilen können, bleibt der Preis das, was er ist“, erklärte Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu in ihrer Ansprache. Am Ende seien es die Mitglieder der Jurys und Nominierungskommissionen, „die unsere Qualitätsmaßstäbe mit Leben füllen“. Für deren Arbeit dankte Uzunoğlu ihnen sehr herzlich.
Zudem griff sie die Kontroverse um den letztjährigen Donnepp Media Award, verliehen vom Verein Freunde des Adolf-Grimme-Preises e.V., auf und stellte für Mitte des Jahres eine öffentliche, ganztägige Fachtagung in Aussicht, die sich intensiver mit den Wechselwirkungen zwischen Journalismus und Aktivismus – zwischen Engagement, Haltung und Auszeichnung – befassen soll.
Einen ersten Auftakt zu weiteren Debatten und Diskursen lieferte im Rahmen des „Bergfestes“ ein Talk über Verantwortung und Glaubwürdigkeit von Journalismus mit „Übermedien“-Redakteurin Annika Schneider, Hauptpreisträgerin des letztjährigen Donnepp Media Awards, die ihre Auszeichnung im Nachhinein zurückgegeben hatte. „Ich finde es richtig und wichtig, dass das Grimme-Institut die Kritik rund um den Donnepp Media Award aufarbeiten will“, so Schneider. „Medienpreise sind nur glaubwürdig, wenn die verantwortlichen Jurys garantiert unabhängig arbeiten können.“
„Mit den Jurysitzungen und dem Bergfest erweist sich das Grimme-Institut in diesen Tagen einmal mehr als Zentrum der freien, unabhängigen Debatte um mediale Qualität. Das war genau der richtige Rahmen für einen spannenden Austausch über journalistische Verantwortung", so Torsten Zarges, Chefreporter des Medienmagazins DWDL.de und Juryvorsitzender des Deutschen Radiopreises, der den Talk mit Annika Schneider moderierte. „Was ich mitnehme, ist insbesondere der Gedanke, dass wir Journalisten in Zeiten von KI-Fakes und gezielter Diskursmanipulation herausgefordert sind, bei jeder einzelnen Veröffentlichung noch präziser und noch beharrlicher für unsere Glaubwürdigkeit einzustehen.“
Die Bekanntgabe der Grimme-Preisträger*innen erfolgt am 12. März.
