Begründung der Jury

Screenshot "Elektrischer Reporter"

Der "Elektrische Reporter" zeigt beispielhaft, in welche Richtung sich Online-Videoformate im glücklichsten Fall entwickeln können. Mario Sixtus ist nicht nur Redakteur und Moderator, sondern auch Kameramann und Cutter der oft hervorragenden Beiträge mit unverwechselbarem Stil. Immer wieder gelingen dem journalistischen Einhandsegler erleuchtende Gespräche mit dem tonangebenden Personal der Elektrosphäre – und das zumeist im Wochenrhythmus.

 

Sixtus’ geschliffene und kenntnisreiche Moderation borgt sich ihre Chuzpe bei zeitgenössischen TV-Vorbildern, das Pathos bei den Nachrichtensprechern der 70er, die künstliche Dramatik bei den Schwarz-Weiß-Filmen der 50er. Was im klassischen Fernsehen nicht funktioniert, schafft im Netz Unverwechselbares.

 

Der "Elektrische Reporter" wird vorbildlich aufbereitet: Er sendet nicht nur unter seiner eigenen Domain, sondern auch über die „angeschlossenen Funkhäuser“ von Sevenload bis Youtube. Ein ganzes Spektrum von Video- und Audiofeeds lässt sich zudem abonnieren.

 

Lobend erwähnen möchte die Jury den journalistischen Auftraggeber Handelsblatt, der weder auf der eigenen Domain noch auf einem aufdringlichen Bewerben des Mutterangebots besteht. So erst kann der "Elektrische Reporter" jene Eigenständigkeit entwickeln, die ihn vor vielen anderen Videoformaten auszeichnet.