Glanzvolle Grimme-Gala in Marl
Am 12. April wurden die 49. Grimme-Preise verliehen. Matti Geschonneck erhielt den Ehrenpreis für seine Verdienste um das Deutsche Fernsehen. Als Überraschungsgäste waren der Frontmann der Toten Hosen, Campino, und Anna Loos mit ihrer Band Silly auf der Grimme-Bühne. Mehr als 800 Gäste verfolgten die Preisverleihung im Theater der Stadt Marl.
Matti Geschonneck mit Rita Süssmuth
Premiere bei Grimmes: Zum ersten Mal erhielt ein Preisträger am gleichen Abend eine reguläre Auszeichnung sowie die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV). Regisseur Matti Geschonneck („Das Ende einer Nacht“) nahm den Ehrenpreis aus den Händen von DVV-Präsidentin Rita Süssmuth entgegen. „Ich habe heute Abend gemerkt: Sie lehren uns das Leben“, lobte Süssmuth den Filmemacher.

Wurde auf der Bühne von Campino überrascht: Grimme-Preisträger Eric Friedler (m.) mit Moderator Michael Steinbrecher
Die kurzweilige Verleihung bot zahlreiche Höhepunkte. Eric Friedler erhielt seinen zweiten Grimme-Preis für „Ein deutscher Boxer“, ein bewegendes Portrait, das Höhen und Tiefen im Leben Charly Grafs nachzeichnet. Der Dokumentarfilmer wurde auf der Grimme-Bühne von Campino überrascht, den der Sänger im vergangenen Jahr beim gemeinsamen Dreh kennen- und schätzen gelernt hat. „Eric Fiedler ist einer der renommiertesten Dokumentaristen in diesem Land, vor allem auf dem politischen Gebiet“, so Campino. Warum sich so einer entscheide, die Toten Hosen zu porträtieren, sei für ihn auch schleierhaft, scherzte der Sänger.
Drei von fünf Preisträger der Produktion "Der Turm" (v.l.): Christian Schwochow, Sebastian Urzendowsky und Claudia Michelsen mit Moderator Michael Steinbrecher (2.v.l.)
Die zweite Überraschung des Abends galt Schauspieler Jan Josef Liefers, der am Abend zusammen mit Claudia Michelsen, Sebastian Urzendowsky, Thomas Kirchner und Lars Lange für ihre Leistungen in „Der Turm“ geehrt wurde. Seine Frau Anna Loos trat gemeinsam mit ihrer Band Silly im Marler Stadttheater auf. Die Gruppe performte den Song „Deine Stärken“.
Sichtlich glücklich war Anke Greifeneder über ihre Auszeichnung für „Add a Friend“ - eine Serie über Soziale Netzwerke. „Ich kann mich als Lehrerkind wieder zuhause blicken lassen. Den Grimme-Preis kennen sogar meine Eltern, obwohl ich ohne Fernseher aufgewachsen bin.“ Produzent Quirin Berg, der selbst gar nicht bei Facebook ist, weiß um den Einfluss der neuen Online-Welt: „Soziale Netzwerke haben unser Leben fest im Griff.“

Moderator Michael Steinbrecher, Barbara Auer, Ina Weisse, Magnus Vattrodt und Matti Geschonneck (v.l.)
Großen Applaus erhielten die Macher von „Das Ende einer Nacht“. Barbara Auer, Ina Weisse, Magnus Vattrodt und Matti Geschonneck wurden für ihre Leistungen im spannenden Justiz-Spiel um eine mögliche Vergewaltigung ausgezeichnet. Auer und Weisse, die im Film als Richterin und Anwältin miteinander duellieren, sind im wahren sehr harmoniebedürftig. „Wir sind keine Menschen, die über Konkurrenz kommen“, so Auer. Zur Zusammenarbeit mit Matti Geschonneck sagte sie diplomatisch: „Matti ist liebevoll streng.“
Insgesamt 43 Preisträgerinnen und Preisträger aus 15 Produktionen geehrt. Weitere Grimme-Gewinner sind: Wotan Wilke Möhring, Robert Atzorn, Thomas Riedelsheimer, Bettina Braun, Devid Striesow oder auch Jan Schomburg. Durch den Abend führte Michael Steinbrecher. Musikalische Akzente setze die Düsseldorfer Electro-Band stabil elite.
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Fotos der Preisverleihung gibt es hier zum Download. Die passenden Bildunterschriften gibt es hier.
grimme im Jahr 2013: Das Heft gibt tiefe Einblicke in die Medienbranche, zeigt vielfältige Trends auf und will zur Diskussion anregen. Eine große Zahl namhafter Autoren beteiligt sich am medialen Diskurs und schreibt für die Festzeitschrift zum 49. Grimme-Preis 2013: Friedrich Küppersbusch, Wolfgang Niedecken, Hans Hoff, Matthias Dell, Dennis Gastmann oder auch Hans Janke - alle Beiträge fügen sich zusammen zu einer ganz eigenen grimme-Collage.
Im grimme-Gespräch diskutieren das Moderatoren-Duo Joko und Klaas zusammen mit der Chefin von GRUNDY Light Entertainment, Ute Biernat, und dem preisgekrönten Fiction-Produzenten Michael Souvignier (u.a. "Frau Böhm sagt nein") über die Zukunft der Samstagabendunterhaltung. Ute Biernat glaubt, "es ist Zeit für mehr Interaktives." Michael Michael Souvignier hingegen beklagt, dass Sender am Samstagabend oft nur ein Genre bedienen: "Der Samstag ist fiktional nie richtig angegriffen worden." Joko und Klaas freuen sich, dass "bei den Privaten viel mehr probiert" werde, aber betonen gleichzeitig, dass sie nicht die Absicht haben, regelmäßig am Samstagabend zu moderieren: "Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir ganz gut können."
Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölner Gruppe BAP, zeigt sich in der grimme-Serie "Kann Fernsehen Vorbild sein?" besorgt, dass beim heutigen Programm "jede Menge Ideale auf der Strecke geblieben sein müssen." Fernsehen als Kompromisse? Niedecken warnt: "Vorsicht ist geboten, denn verblödetes Stimmvieh läuft auch schon mal gern den Rattenfängern hinterher."
Im Beitrag "Weit weg von der Realität - Das schmutzige Spiel mit Scripted Reality" trifft Journalist Hans Hoff den Mitdreißiger Rüdiger, der als Redakteur eine große Zahl solcher Formate betreut hat: "Mit den Protagonisten, die im internen Slang auch gern mal als Monster tituliert wurden, galt es Heldengeschichten zu inszenieren. Aus Monstern Helden machen, lautete die Devise – Helden mit Hartz IV, am besten im Unterhemd am Computer, Bierflasche und Zigarette in Griffweite."
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Übertragung der Preisverleihung im TV und Internet
Die Grimme-Preisverleihung wird am 12. April sowohl im Internet als auch im Fernsehen zu sehen sein. Jeder User kann die Gala aus dem Theater der Stadt Marl live im Netz verfolgen. Auf www.3sat.de steht ab 19 Uhr ein Stream zur Verfügung. Um 22.25 Uhr zeigt 3sat am gleichen Abend die Verleihung zeitversetzt im Fernsehen.
49. Grimme-Preis 2013: Impressionen der Pressekonferenz in Düsseldorf

Die Gewinner des 49. Grimme-Preises 2013 stehen fest. „Packende Fernsehfilme auf höchstem professionellen Niveau, bewegende und formal ausgefeilte Dokumentationen sowie pointierte Unterhaltung kennzeichnen den aktuellen Grimme-Preis-Jahrgang“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann in seiner Bilanz bei der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf. „Auffällig sind auch die starken zeitgeschichtlichen Bezüge, die sogar bis in die Unterhaltung reichen.“ Wie in den Vorjahren beeindrucke das deutsche Fernsehen durch herausragende Qualitäten an der Spitze. Insgesamt werden in den drei Wettbewerbskategorien "Fiktion", "Information & Kultur" sowie "Unterhaltung" zwölf Preise vergeben.
Für Grimme-Direktor Uwe Kammann zeichnen sich alle Preis-Produktionen durch „markante Erzählweisen mit jeweils sehr individueller Handschrift“ aus. Daneben überzeugten sie durch exzellente Darsteller, sehr überzeugende Vergegenwärtigungen von Milieus, Zeitumständen und gesellschaftlichen Konfliktlinien. „Und dies alles mit hoher formaler Gestaltungskraft.“
Claudia Michelsen
„Ich bin erstaunt, dass es immer noch so ein großes Interesse an der DDR-Geschichte gibt“, erzählt Grimme-Preisträger Claudia Michelsen, die in diesem Jahr für ihre schauspielerischen Leistungen in „Der Turm“ ausgezeichnet wird. Sie wünsche sich, dass der Fokus auch einmal auf die Geschichte Westdeutschlands gelegt wird. Die Dreharbeiten zum Gesellschaftsportrait über das Dresdner Bildungsbürgertum am Vorabend der Wende waren für Michelsen eine intensive Erfahrung. „Wir haben oft gescherzt, dass man unser Set richtig saubermachen müsste, weil es so detailgetreu umgesetzt wurde. Es gab kaum ein Möbelstück, das nicht verstaubt war.“ Diese Detailtreue habe für ein „sensibles, tolles Gefühl“ beim ganzen Team gesorgt. „Wir konnten den Osten wirklich riechen.“ Die gebürtige Dresdnerin hat dann auch zum Film ein ganz persönliches Verhältnis: „Einige Orte im Film kenne ich aus meiner Kindheit.“ Die Produktion von „Der Turm“ hatte für Michelsen etwas von einem Klassentreffen. „Viele Kollegen waren zusammen auf der Schauspielschule Ernst-Busch, so dass wir bei den Dreharbeiten viel improvisieren konnten.“
„Die Dokumentationen sind in diesem Jahr durch eine intensive Nähe zu den Menschen, einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Biographien und Lebensumständen sowie durch formale kongeniale Übersetzungen der jeweiligen Besonderheiten geprägt“, so Uwe Kammann. Damit entstünden „dichte Bilder von Wirklichkeiten, die wiederum den Eindruck hoher Wahrhaftigkeit vermitteln.“

Bettina Braun
Dokumentarfilmerin Bettina Braun wird in diesem Jahr für ihre Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten ausgezeichnet. In „Was lebst du?“ - „Was du willst“ - „Wo stehst du?“ geht es für sie um „Normalität und Grauzonen“. Zum Thema „Heimatzugehörigkeit“ habe sie ein sehr eigene Erfahrung: „Ich kenne das Gefühl, nicht dazuzugehören. Keine Ahnung warum.“ Mit dieser Einstellung ist sie auch vor über zehn Jahren auf die drei Kölner Jungen zugegangen. Durch ihren Film ist ihr Verständnis für die Lebensumstände der Protagonisten gestärkt worden. „Es gibt eine unterschiedliche Wertigkeit verschiedener Themen bei den Familien und den Protagonisten.“
„Die Dokumentationen sind durch eine intensive Nähe zu den Menschen, einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Biographien und Lebensumständen sowie durch formale kongeniale Übersetzungen der jeweiligen Besonderheiten geprägt“, so Uwe Kammann über den diesjährigen Preisjahrgang. Damit entstünden „dichte Bilder von Wirklichkeiten, die wiederum den Eindruck hoher Wahrhaftigkeit vermitteln.“

Max Giermann
Stellvertretend für das Ensemble von „Switch reloaded – 'Wetten, dass..?'-Spezial“ erhält Max Giermann einen Grimme-Preis. In Düsseldorf erklärte er, wie schwierig es mitunter ist, Personen zu parodieren. „Eine so glatte Person wie Markus Lanz muss ich schon ganz genau beobachten, um zu erkennen, was ihn einzigartig macht“, so Giermann. Ihn störe ein wenig, dass eine Parodie bei „Switch“ oft als Ritterschlag gesehen werde. „Aber es wird überhaupt nicht daran gedacht, dass unsere Darstellung auch als Kritik wahrgenommen werden könnte.“ Die Perfektion des Teams kann aber auch manchmal zum Problem werden. So sollte – ähnlich wie in der Spezialausgabe zu „Wetten, dass..?“ - eine Folge zum ersten „Tatort“ von Til Schweiger gedreht werden. „Ich sah ihm aber nicht ähnlich genug, deswegen haben wir die Idee nach ein paar Maskenproben verworfen.“ Grimme-Preisträger Max Giermann hofft, dass sich das Format „Switch“ in Zukunft mehr traut. Der Innovationsschwung, der mit der „heute show“ eingesetzt habe, scheint abgeebbt zu haben. „Die Sender brauchen manchmal einfach mehr Geduld.“
Uwe Kammann erklärt zu den Unterhaltungs-Preisträgern: „Die Unterhaltungssatire 'Switch Reloaded' steht für intelligente und perfekt funktionierende Fernsehparodie.“ Beim zweiten Preisträger, dem „Tatortreiniger“ sei es „so ungewöhnlich wie gerechtfertigt, dass der ‚Tatortreiniger’ schon zum zweiten Mal einen Preis erhält. Die thematisch so ausgefallene, weil hochpolitisch zugespitzte Folge bietet schlicht eine nochmalige Qualitätssteigerung, unkonventionell in jeder Hinsicht.“
Die 49. Verleihung des Grimme-Preises findet am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt. Sie wird in voller Länge per Livestream auf www.3sat.de und www.spiegel.de zu sehen sein. Die Preisgala wird zeitversetzt um 22.25 Uhr auf 3sat ausgestrahlt. Moderiert wird die Verleihung von Michael Steinbrecher.
Informationen zu allen Preisträgern gibt es hier.
49. Grimme-Preis 2013: Das sind die Gewinner
Die Gewinner des 49. Grimme-Preises 2013 stehen fest. „Packende Fernsehfilme auf höchstem professionellen Niveau, bewegende und formal ausgefeilte Dokumentationen sowie pointierte Unterhaltung kennzeichnen den aktuellen Grimme-Preis-Jahrgang“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann in seiner Bilanz bei der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf. „Auffällig sind auch die starken zeitgeschichtlichen Bezüge, die sogar bis in die Unterhaltung reichen.“ Wie in den Vorjahren beeindrucke das deutsche Fernsehen durch herausragende Qualitäten an der Spitze. Insgesamt werden in den drei Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung zwölf Preise vergeben.
Fünf Produktionen werden im Wettbewerb „Fiktion“ ausgezeichnet. „Der letzte schöne Tag“ (WDR) erzählt von einer Familie, die nach dem Selbstmord der Mutter wieder zu neuer Normalität finden will. Die Trophäen gehen an die Autorin Dorothee Schön, Regisseur Johannes Fabrick und Wotan Wilke Möhring stellvertretend für das Darstellerteam.
Für ihre Leistungen im Justiz-Drama „Das Ende einer Nacht“ (ZDF), das sich um eine mögliche Vergewaltigung dreht, erhalten Autor Magnus Vattrodt, Regisseur Matti Geschonneck sowie die Schau- spielerinnen Ina Weisse und Barbara Auer eine Grimme-Trophäe. Weitere Auszeichnungen gehen an Autor Jochen Bitzer, Regisseur Stephan Wagner und Darsteller Robert Atzorn für ihren Film „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF), der den Entführungsfall des Frankfurter Bankierssohnes rekonstruiert.
Thomas Kirchner (Buch), Christian Schwochow (Regie), Lars Lange (Ausstattung) sowie die Darsteller Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen und Sebastian Urzendowsky erhalten einen Grimme-Preis für „Der Turm“ (MDR/Degeto/BR/NDR/WDR/SWR/rbb). Der Zweiteiler gibt Einblick in den Alltag der Bildungselite Dresdens in den 80er Jahren, kurz vor dem Ende der DDR. Ein Grimme-Preis „Spezial“ geht an Anke Greifeneder, Quirin Berg, Tobi Baumann, Sebastian Wehlings und Christian Lyra für die Idee und Konzeption des Formats „Add a friend“ (TNT Serie).
Für Grimme-Direktor Uwe Kammann zeichnen sich alle Preis-Produktionen durch „markante Erzählweisen mit jeweils sehr indi- vidueller Handschrift“ aus. Daneben überzeugten sie durch exzellente Darsteller, sehr überzeugende Vergegenwärtigungen von Milieus, Zeitumständen und gesellschaftlichen Konfliktlinien. „Und dies alles mit hoher formaler Gestaltungskraft.“
In der Kategorie „Information & Kultur“ wird Thomas Riedelsheimer für seinen Film „Seelenvögel“ (WDR) ausgezeichnet, in dem er drei an Leukämie erkrankte Kinder begleitet. Eric Friedler bekommt einen Grimme-Preis für seine Dokumentation „Ein deutscher Boxer“ (NDR/SWR), die Höhen und Tiefen im Leben von Charly Graf nachzeichnet. Für das Portrait „Vaterlandsverräter“ (ZDF/ARTE) über den früheren DDR-Schriftstellers Paul Gratzik erhält Annekatrin Hendel eine Auszeichnung. Andrej Nekrasov, György Dalos, Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler erhalten einen Grimme-Preis für die Reihe „Lebt wohl, Genossen!“ (ZDF/ARTE/rbb), in der sie den Untergang der Sowjetunion aus unterschiedlichsten Blickwinkeln erzählen. Einen Grimme-Preis in der Kategorie „Spezial“ erhält Bettina Braun für ihre Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten in der Dokumentar- Triologie „Was lebst Du?“, „Was du willst“ und „Wo stehst du?“ (ZDF).
„Die Dokumentationen sind durch eine intensive Nähe zu den Menschen, einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Biographien und Lebensumständen sowie durch formale kongeniale Übersetzungen der jeweiligen Besonderheiten geprägt“, so Uwe Kammann. Damit entstünden „dichte Bilder von Wirklichkeiten, die wiederum den Eindruck hoher Wahrhaftigkeit vermitteln.“
Im Wettbewerbskontingent „Unterhaltung“ erhalten Mizzi Meyer, Arne Feldhusen und Bjarne Mädel einen Grimme-Preis für die Folge „Schottys Kampf“ aus der Serie „Der Tatorteiniger“ (NDR). In der Ausgabe wird Heiko 'Schotty' Schotte zu einem Einsatz in ein Vereinsheim brauner Gesinnungsgenossen gerufen. Weiterhin werden die Macher von „Switch Reloaded – 'Wetten, dass..?'-Spezial“ (ProSieben) ausgezeichnet, namentlich Martin Brindöpke und Markus Hennig (beide Buch), Dirk Nabersberg (Regie), Sarah Wirtz (Maske) und Max Giermann (stellvertretend für das Ensemble). Hier wird die Premiere des neuen „Wetten, dass..?“-Moderators Markus Lanz satirisch aufs Korn genommen.
„Es ist so ungewöhnlich wie gerechtfertigt“, so Grimme-Chef Uwe Kammann, „dass der ‚Tatortreiniger’ schon zum zweiten Mal einen Preis erhält. Die thematisch so ausgefallene, weil hochpolitisch zugespitzte Folge bietet schlicht eine nochmalige Qualitätssteigerung, unkonventionell in jeder Hinsicht.“ Die Unterhaltungssatire „Switch Reloaded“ wiederum stehe für intelligente und perfekt funktionierende Fernsehparodie.
Der Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen geht in diesem Jahr an Shaheen Dill-Riaz für „Fremde Kinder – Der Vorführer“ (ZDF/3sat), der hier von einem Filmvorführer in Indien erzählt. Eine lobende Erwähnung der Jury geht an die Produktion „WIR“ (WDR/Planet Schule) von Anna Wahle für die herausragende Bildgestaltung und die gelungene Verdichtung von dokumentarischem Inhalt und experimenteller Form.
Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an Beate Langmaack (Buch), Rainer Kaufmann (Regie) sowie Devid Striesow und Stipe Erceg (beide Darstellung) für den Fernsehfilm „Blaubeerblau“ (BR/MDR/Degeto), der zeigt, wie Menschen sich mit dem Leben in einem Hospiz auseinandersetzen. Jan Schomburg erhält das Eberhard-Fechner- Förderstipendium der VG Bild-Kunst für den Fernsehfilm „Über uns das All“ (WDR). Der Film begleitet eine junge Frau nach dem un- erwarteten Selbstmord ihres Mannes auf ihrem Weg zurück ins Leben.
Dem Regisseur Matti Geschonneck hat der Stifter des Grimme- Preises, der Deutsche Volkshochschulverband, in diesem Jahr die Besondere Ehrung für seine herausragenden Verdienste um das deutsche Fernsehen zugesprochen.
Die 49. Verleihung des Grimme-Preises findet am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt. Sie wird in voller Länge per Livestream auf www.3sat.de und www.spiegel.de zu sehen sein. Die Preisgala wird zeitversetzt um 22.25 Uhr auf 3sat ausgestrahlt. Moderiert wird die Verleihung von Michael Steinbrecher.
Eine Übersicht über alle Preisträger gibt es hier.
Endspurt beim Grimme-Preis
Am 27. März 2013 werden in Düsseldorf die Preisträgerinnen und Preisträger des 49. Grimme-Preises bekannt gegeben. Um 11 Uhr verkünden Grimme-Direktor Uwe Kammann und der Referatsleiter der Grimme-Preises, Dr. Ulrich Spies, die diesjährigen Gewinner.
Insgesamt sind 61 Produktionen im Rennen um eine Auszeichnung in den Kategorien "Information & Kultur", "Fiktion" und "Unterhaltung". Die Pressekonferenz findet in der Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf statt.
Die Grimme-Preise werden am 12. April im Theater der Stadt Marl verliehen. Alle weiteren Informationen über die Gewinner des 49. Preisjahrgangs gibt es hier ab Mittwoch, 11 Uhr.
Diskussion mit den Machern von "Mord mit Aussicht"
Mehr als 40 Besucherinnen und Besucher des Altenkreises Mosaik der VHS insel in Marl, hatten am Dienstag, den 5. Februar, Gelegenheit, mit den Machern von "Mord mit Aussicht" (WDR) zu diskutieren. Nachdem eine aktuelle Folge der erfolgreichen und für den 49. Grimme-Preis 2013 nominierten Vorabendserie gezeigt wurde, stellte sich das Team um Redakteurin Nina Klamroth den zahlreichen Fragen.
Dabei gab sie auch einen Einblick in die Suche nach der richtigen Zielgruppe: "Unser Sendeplatz zielt auf die gesamte Familie ab." Die Hauptdarsteller seien bei allen Alterklassen beliebt. "Wir wollen mit unserem Format versuchen, Familien wieder vor dem Fernseher zusammenzubringen."
Vier Nachnominierungen für den 49. Grimme-Preis 2013
Vier Formate sind für den 49. Grimme-Preis 2013 nachnominiert worden. Im Wettbewerbskontingent "Information und Kultur" können sich "Die große Passion" (BR) und "zdf.kulturpalast" (ZDFkultur/ZDF) Hoffnungen auf eine Preis-Auszeichnung machen. In der Kategorie "Fiktion" hat die Jury "Der Fall Jakob von Metzler" (ZDF) in die Endrunde geschickt, in der "Unterhaltung" das "Switch Reloaded - 'Wetten, dass..?'-Spezial" (ProSieben).
Damit sind nun insgesamt 61 Produktionen im Rennen um einen Grimme-Preis. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 27. März 2013 in Düsseldorf bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt.
Mediengottesdienst im Zeichen von Boxer Charly Graf
Im Mittelpunkt des 30. Mediengottesdienst in der Dreifaltigkeitsgemeinde Marl-Brassert stand die Dokumentation "Ein deutscher Boxer" von Eric Friedler. Der Film - "ein impressionistisches Gemälde", so Friedler - widmet sich einer besonderen Lebensgeschichte und einer außergewöhnlichen Sportlerkarriere. Knapp 160 Besucherinnen und Besucher diskutierten angeregt über den Film. Mehr...
Nominierungen zum 49. Grimme-Preis 2013 bekanntgegeben
Die Nominierungen zum 49. Grimme-Preis 2013 stehen fest. Von insgesamt 807 Einreichungen und Vorschlägen können sich 57 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisgala am 12. April in Marl machen.
„Wie gewohnt gibt es eine Reihe von Spitzenproduktionen bei der Fiktion, in der Information durchaus eine Reihe von Sendungen mit Klasse bei ziemlich viel Masse, und in der Unterhaltung einiges, was gegen den Strich gebürstet ist“, so der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. „Das Fernsehjahr 2012 bot eine ganze Menge Ansehnliches und Diskussionswürdiges.“

In der Kategorie „Unterhaltung“ sind unter anderem nominiert: „Roche & Böhmermann“ (ZDFkultur/ZDF), „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (RTL), „Ausflug mit Kuttner“ (SWR/EinsPlus) und Günther Jauch für seine herausragende Leistung in der „Wer wird Millionär?“-Ausgabe (RTL) vom 24. September 2012.
Im Wettbewerbskontingent „Fiktion“ können sich neben anderen Hoffnung auf einen Grimme-Preis machen: „Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie“ (NDR), „Das Ende einer Nacht“ (ZDF), „Mutter muss weg“ (ZDF) und „Blaubeerblau“ (BR/MDR/ARD).

Im Bereich „Information und Kultur“ sind für einen Grimme-Preis unter anderem vorgeschlagen: Eric Friedler als bester Dokumentarfilmer des Jahres 2012 (u.a. „Der Sturz – Honeckers Ende“, NDR), „Augstein und Blome“ (Phoenix), „Die deutsche Lady Jazz“ (NDR) und „Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel“ (ZDF).
Alle weiteren Informationen gibt es hier.
Besondere Ehrung des DVV an Matti Geschonneck
Der erste Preisträger im Rahmen des 49. Grimme-Preises 2013 steht fest. Dem Fernsehregisseur Matti Geschonneck wird die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) zugesprochen. Dies gab das Grimme-Institut am 29. Januar in Düsseldorf bekannt.
Mit Matti Geschonneck, so heißt es in der Begründung des DVV, werde die Besondere Ehrung einem Fernsehregisseur zugesprochen, der „in der Summe seiner Eigenschaften den deutschen Fernsehfilm seit Anfang der 90er Jahre geprägt hat wie kaum ein zweiter“. Mit ihm werde ein „inszenatorisch virtuoser und handwerklich hochversierter Fernsehkünstler“ ausgezeichnet, „der in außergewöhnlich vielfältiger Weise und mit attraktivem Genre-Reichtum die komplexen Beziehungsgeflechte der menschlichen Welten und der gesellschaftlichen Verhältnisse interpretiert und in seltener Intensität darstellt.“
Damit sei Geschonneck, dem es in der Grundimprägnierung seiner Themen und Sujets um die elementaren Dinge des Lebens gehe, „ein Fernseh-Aufklärer durch und durch, jemand, der den Idealen vielfältiger Bildung in jeder Hinsicht verpflichtet ist.“ In seiner Kunst wiederum sei er „immer nah beim Publikum, das sich in seinen Filmen nahezu beiläufig selbst näherkommt und erkennen kann – auf beste Art spannend und subtil unterhalten.“
Zur Begründung des Preisstifters
Mehr als 800 Vorschläge für den 49. Grimme-Preis 2013
Mehr als 800 Vorschläge sind in diesem Jahr für den 49. Grimme-Preis 2013 eingegangen, die derzeit von den Nominierungskommissionen gesichtet werden.
"Die eingesandten Formate spiegeln die gesamte Bandbreite des deutschen Fernsehens wider", so Dr. Ulrich Spies, Referatsleiter des Grimme-Preises. Es sei erfreulich, dass auch im 49. Jahr der Grimme-Preis als Qualitätsauszeichnung wahrgenommen werde. "Der Preis lebt von der Partizipation. Dazu gehört auch die Möglichkeit eines jeden Zuschauers, Formate für eine Auszeichnung vorzuschlagen."
Am 29. Januar wird in Düsseldorf bekanntgegeben, welche Formate in den drei Wettbewerbskategorien "Fiktion", "Information & Kultur" und "Unterhaltung" final nominiert werden. Die Preisverleihung findet am 12. April im Theater der Stadt Marl statt.
Grimme trifft die Branche 2012: „Von allem Schmonzettigen verabschiedet"
„Grimme trifft die Branche" stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Produktion „Die Hebamme" (ZDF/ORF). Das Historiendrama um die Geburtshelferin Rosa Koelbl zeigt den aufreibenden Konflikt zwischen medizinischem Fortschritt und religiösen Traditionen im Tirol des 18. Jahrhunderts. Vor 150 Zuschauern diskutierte TV-Kritiker Volker Bergmeister im Münchener ARRI-Kino unter anderem mit den Grimme-Preisträgern Dagmar Hirtz (Regie), Brigitte Hobmeier (Darstellung), Peter Probst (Drehbuch) und Rudi Czettel (Ausstattung). Sie gaben einen Einblick in den spannenden Produktionsprozess.
Weitere Informationen zu Grimme trifft die Branche 2012 hier.
49. Grimme-Preis 2013: Nominierungs-kommissionen nehmen Arbeit auf
Die Nominierungskomissionen zum 49. Grimme-Preis 2013 in den Wettbewerbskategorien „Fiktion“, „Information & Kultur“ und „Unterhaltung“ haben am 11. September ihre Arbeit aufgenommen.
Insgesamt werden 21 Fachleute aus den Bereichen TV-Kritik, Medienwissenschaft und Weiterbildung die eingereichten Vorschläge bis Januar 2013 in mehreren Sitzungen sichten und dann den Jurys zur Preisentscheidung vorschlagen.
„Die Nominierungskommissionen sind neben den Jurys das Herzstück des Grimme-Preises“, so Dr. Ulrich Spies, Referent des Grimme-Preises. „Es ist der Sorgfalt ihrer Arbeit zu verdanken, dass dieser Preis auch im 49. Jahr seines Bestehens zu recht als die bedeutendste Auszeichnung für Qualität im Fernsehen geschätzt wird.“
Detaillierte Informationen zu den diesjährigen Nominierungs-kommissionen gibt es hier.
Alles zum 49. Grimme-Preis 2013 finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "grimme", der Festzeitschrift zum Preis.
Lesen Sie Artikel von Friedrich Küppersbusch, Wolfgang Niedecken, Dennis Gastmann und anderen namhaften Autoren über aktuelle Trends und medienpolitische Debatten.
Einzelne Beiträge oder das ganze Magazin als PDF-Version finden Sie hier.
Fotos der Preisverleihung gibt es hier zum Download. Die passenden Bildunterschriften gibt es hier.
Zusammen mit United Charity hat das Grimme-Institut ein Meet & Greet mit Grimme-Preisträger Devid Striesow ("Blaubeerblau", BR/MDR/Degeto) sowie zwei Eintrittskarten zur Preisverleihung am 12. April versteigert. Insgesamt kamen 700 Euro zusammen. Der Erlös kommt dem Ambulanten Kinderhospizdienst in Recklinghausen zugute. Die Scheckübergabe fand am Abend der Preisgala im Marler Theater statt.
Der Grimme-Preis ist auch auf Facebook. Neben aktuellen Informationen gibt es hier die Möglichkeit, sich mit anderen Usern auszutauschen.
Der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kamman, zeichnet in der Positionsbestimmung "Moral, Maßstäbe, Diskurs: Der Grimme-Preis und das 'Dschungelcamp'" die Grundlinien der Grimme-Preisfindung nach und fasst wichtige Gesichtspunkte zur Bewertung von Fernsehproduktionen zusammen.
Da es seit Bekanntgabe der Nominierungen zum 49. Grimme-Preis 2013 zahlreiche Nachfragen zum Nominierungsprozess gegeben hat, gibt es hier noch einmal Details zum Verfahren.
Der Grimme-Preis wird gefördert aus Mitteln der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen.


