Wut
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„Sei kein Feigling wie dein Vater, Junge!“ provoziert der junge Türke Can den deutschen Jungen Felix und animiert ihn zu gefährlichen Mutproben. Can und seine Gang ziehen Felix schon seit geraumer Zeit ab, erpressen ihn um Geld oder seine neuen Schuhe. Es ist der Konflikt zwischen den Habenden und Nichthabenden, der Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen im selben Deutschland. Can verliert sich immer mehr in Aggressionen, während der behütet und gebildet aufgewachsene Felix in seinem Elternhaus moralischen Halt und Werte vermisst. So bewundert Felix trotz vieler Demütigungen Can, dessen Name übersetzt „Seele“ bedeutet. Er schätzt den Zusammenhalt türkischer Familien und deren Ehrgefühl, das sein Vater Simon, ein Literaturprofessor, als rückständig empfindet. Seinem Vater hingegen wirft Felix vor, ein deutscher Feigling mit Hitlerkomplex zu sein, jemand, der ständig Angst hat, etwas falsch zu machen. Tatsächlich läuft vieles im Hause Laub längst nicht so gut, wie es nach außen hin den Anschein hat. Simon und Christa führen eine aufgeklärte offene Beziehung, was faktisch nichts anderes bedeutet, als dass sie einander hinter dem Rücken des jeweils anderen betrügen und Toleranz als einen Weg benutzen, keine klare Stellung beziehen zu müssen. Als der Vater sich aber doch in den Konflikt der beiden Jugendlichen einmischt, greifen Cans Provokationen mehr und mehr auf Simon über. Es entwickelt sich auf beiden Seiten eine nicht aufzuhaltende Spirale der Gewalt.

