Statut

Grundsätze

Der Grimme Online Award versteht sich als Qualitätspreis für Online-Publizistik. Er prämiert deutschsprachige Internet-Angebote, die sich an die allgemeine Öffentlichkeit richten. Mit der jährlichen Auszeichnung herausragender Formen und Entwicklungen öffentlicher Kommunikation und Information im Internet bietet der Grimme Online Award Internet-Anbietern und Internet-Nutzern eine beispielhafte Orientierung für publizistische „Qualität im Netz“.

Der Grimme Online Award wird seit dem Jahr 2001 vom Adolf-Grimme-Institut verliehen.
In der Tradition des Adolf-Grimme-Instituts sind es vor allem folgende Eigenschaften, die Profil und Anspruch des Grimme Online Award begründen:

  • Der Grimme Online Award ist unabhängig. Seine Nominierungskommissionen und Jurys aus Journalisten, Medienwissenschaftlern, Online-Experten und Bildungsfachleuten, berufen vom Adolf Grimme-Institut, entscheiden frei.
    Partner und Sponsoren haben keinen Einfluss auf Besetzung und Entscheidungen der Jurys.
  • Der Grimme Online Award ist transparent und öffentlich. Informationen über die Jury-Mitglieder, Bewertungskriterien, Nominierungen und detaillierte Preisbegründungen werden publiziert und sind allen Interessierten zugänglich.
  • Der Grimme Online Award ist partizipativ. Er kombiniert seine Wettbewerbskontingente aus Vorschlägen von Internet-Nutzern und Online-Anbietern. Auf diese Weise können sich alle Interessenten am Wettbewerb beteiligen und Qualitätsvorstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven berücksichtigt werden.

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Kategorien

Der Grimme Online Award bewertet Internet-Angebote in den folgenden Kategorien:

  1. Der Grimme Online Award Information zeichnet herausragende Beiträge des Online-Journalismus und der Informationsvermittlung aus, die demonstrieren, wie das Internet für aktuelle Formen der Information, für vertiefende Analysen und Reportagen, aber auch für publizistische Kritik und Kontrolle eingesetzt werden kann.
  2. Der Grimme Online Award Wissen und Bildung zeichnet beispielhafte Internet-Angebote aus, die der Vermittlung von allgemein relevanten Wissensinhalten dienen und einen Beitrag für gesellschaftliche Bildung, Beratung und Aufklärung leisten.
  3. Der Grimme Online Award Kultur und Unterhaltung zeichnet herausragende Online-Angebote aus, die hochwertige Formate sowie kreative Konzepte der Kulturvermittlung und Unterhaltung entwickeln. Unterhaltung muss auf hohem inhaltlichen und formalen Niveau geboten werden.
  4. Der Grimme Online Award Spezial prämiert innovative und qualitativ herausragende Konzepte und Beispiele für publizistisch relevante Web-Angebote sowie publizistische Einzelleistungen von besonderer Qualität, die den ersten drei Kategorien nicht zuzuordnen sind.

 

Insgesamt können maximal acht Preise vergeben werden.
Nominierungskommission und Jury sollen die Möglichkeiten aller Kategorien ausschöpfen, können in ihrer Entscheidung aber durchaus Gewichtungen vornehmen.
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Publikumspreis

Im Rahmen des Grimme Online Award wird ein eigener Publikumspreis verliehen. Auf der Basis der zum Grimme Online Award nominierten Vorschläge können alle Nutzer das von ihnen favorisierte Web-Angebot auswählen. Der Vorschlag mit den meisten Publikumsvoten erhält den Publikumspreis. Das Bewertungsverfahren erfolgt ausschließlich über das Internet. Der Publikumspreis wird als Sonderpreis ausschließlich durch die Internet-Nutzer entschieden und unterliegt nicht der Qualitätsbeurteilung durch die Jury des Grimme Online Award.
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Wettbewerb

Zum Wettbewerb können Sender, Agenturen, Produktionsfirmen oder andere Medien- bzw. Online-Anbieter, aber ebenso alle Internet-Nutzer/innen Vorschläge einreichen. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt neuen Formen und Inhalten der öffentlichen Kommunikation und der Nutzer-Beteiligung, wie sie durch aktuelle Entwicklungen des Internet ermöglicht werden. Für den Grimme Online Award können Websites, Teilbereiche davon und einzelne Beiträge vorgeschlagen werden. Die Angebote sollen eine größtmögliche qualitative Homogenität aufweisen. Es werden keine Vorschläge akzeptiert, die auf komplexe Portale oder Internetangebote mit nicht einheitlich zu bewertenden Inhalten von unterschiedlicher Qualität verweisen. Der Mehrwert, der für den Rezipienten durch das Medium Internet geschaffen wird, muss bei allen prämierten Angeboten deutlich erkennbar sein.

Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind Angebote, die nur oder überwiegend werblichen Zwecken oder der reinen Selbstdarstellung dienen.
Web-Angebote, die für den Grimme Online Award vorgeschlagen werden, müssen im Internet im Zeitraum der Ausschreibung zugänglich sein und dürfen sich bis zum Zeitpunkt der Preisverleihung nicht in substanzieller Form ändern. Außerdem darf der Zugang nicht durch besondere rechtliche sowie übermäßige finanzielle oder technische Begrenzungen eingeschränkt werden.
Internet-Angebote, die bereits einen Grimme Online Award erhalten haben, können nur erneut zum Wettbewerb eingereicht werden, wenn sie sich seitdem in Form und Inhalt wesentlich verändert haben. Auch bei bereits nominierten Angeboten soll eine qualitative Weiterentwicklung erkennbar sein.
Der Veranstalter behält sich vor, die eingereichten Angebote im Hinblick auf die Einhaltung rechtlicher und ethischer Standards zu überprüfen und bei Missachtung dem Wettbewerbskontingent ggf. zu entziehen.
Mit der Einreichung bzw. Bestätigung eines Vorschlags zum Grimme Online Award räumen die verantwortlichen Anbieter des jeweiligen Angebotes dem Adolf-Grimme-Institut das Recht ein, dieses Angebot zu dokumentieren, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.
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Vorschlagen

Vorschläge für den Grimme Online Award sind unter Angabe der genauen Web-Adresse des vorgeschlagenen Angebotes im angegebenen Zeitraum des Wettbewerbs einzureichen. Darüber hinaus ist eine Begründung für die Einreichung zum Grimme Online Award auf einem der dafür vorgesehenen Anmeldeformulare zu geben. Die Vorschläge können in der Regel nur online erfolgen (Vorschlagen können Sie hier).

Ist der Vorschlagende gleichzeitig Anbieter des Online-Angebots, so sind von diesem zusätzliche Informationen einzureichen, wie sie in dem Vorschlagsformular für Anbieter auf der Website des Grimme Online Award benannt sind.
Nur wenn alle Angaben vollständig vorhanden sind, kann das Angebot mit einem Grimme Online Award ausgezeichnet werden.
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Bewertungsverfahren

Der Veranstalter beruft eine Nominierungskommission, welche die vorgeschlagenen Online-Angebote sichtet, bewertet und einer Vorauswahl unterzieht. Die Nominierungskommission bestimmt ihre Arbeitsweise selbst und ist beschlussfähig, wenn mindestens zwei Drittel der Mitglieder, die bei der Konstituierung mitgewirkt haben, ihre Stimme abgeben. Die Kommission beschließt mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Votum der/des Vorsitzenden, die/der von der Kommission zuvor gewählt wird.

Das zur Preisfindung empfohlene Kontingent der Nominierungen umfasst insgesamt maximal 30 verschiedene Online-Angebote.
Für die abschließende Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge beruft der Veranstalter des Grimme Online Award eine Jury. Die Jury kann aus dem Spektrum der zum Grimme Online Award vorgeschlagenen Online-Angebote maximal zwei Vorschläge zur Preisvergabe nachnominieren. Die Jury wählt eine/n Vorsitzende/n und bestimmt ihre Arbeitsweise selbst. Sie ist beschlussfähig, wenn mindestens zwei Drittel der Mitglieder, die bei der Konstituierung mitgewirkt haben, ihre Stimme abgeben. Voraussetzung für die Stimmabgabe im Preisfindungsprozess ist die persönliche Anwesenheit der Juror/innen. Die Jury entscheidet mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des/der Vorsitzenden.

Mit der Entscheidung über die Preisvergabe entscheidet die Jury auch über die definitive Zuordnung der prämierten Angebote zu den Kategorien des Grimme Online Award.


Nominierungskommission und Jury setzen sich aus einem Kreis von Experten zusammen, welche die unterschiedlichen Bereiche Wissenschaft, Journalismus, Gestaltung sowie die Online-Branche allgemein vertreten. Mitglieder der Nominierungskommission und Jury können wie alle anderen Online-Nutzer auch eigene Vorschläge zum Wettbewerb einreichen.
Mit ihrer Berufung in die Jury oder Nominierungskommission stimmen deren Mitglieder der Regel zu, dass alle Websites, an denen ein Mitglied der Jury oder Nominierungskommission verantwortlich, kontinuierlich oder in sonstiger Weise wesentlich beteiligt ist, nicht in die Beurteilung aufgenommen werden.
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Bewertungskriterien

Die Beurteilung der eingereichten Angebote erfolgt nach Bewertungskriterien, für die exemplarisch folgende Aspekte gelten:

Inhalte: Verständlichkeit, Aktualität, Analyse, erzählerische Qualität, Transparenz, Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit etc.
Gestaltung: Visualität, Übersichtlichkeit, ästhetische Aufbereitung, Einbindung von Animationen, Audio und Video, multimediale Elemente, Interaktivität etc.
Kommunikation: webspezifische Möglichkeiten der Interaktion und Kommunikation, partizipative oder kollaborative Angebote wie „Peer-to-Peer“-Sites, Weblogs und andere Formen internetspezifischer Nutzerbeteiligung
Nutzerfreundlichkeit: Navigation, Usability, größtmögliche Barrierefreiheit, Verfügbarkeit etc.
Intermedialität/Konvergenz: Medienübergreifende Angebote, beispielhafte Verknüpfungen mit anderen Medien (z.B. Fernsehen, Hörfunk oder auch andere publizistische Medien) und Kommunikationsformen
Kreativität: Entwicklung und Nutzung neuer Formen und Formate, experimentelle Angebote, Einbeziehung der Nutzer, spielerische Darstellungen etc.
Service: Individualisierung, Zugriff auf Datenbanken, Bereitstellung unterschiedlicher technischer Optionen, Feedback-Möglichkeiten für Nutzer, Hilfeseiten etc.

Da der Grimme Online Award die Bedeutung des Internet für die öffentliche Kommunikation in den Vordergrund stellt, spielen journalistische Qualitätsmaßstäbe und gesellschaftliche Verantwortung eine große Rolle.
Bei der Bewertung der Angebote sollen unterschiedliche Produktionsvoraussetzungen (etwa von „großen“ und „kleinen“ Anbietern) berücksichtigt und es können Akzente gesetzt werden: Nicht alle Bewertungskriterien müssen auf jedes prämierte Angebot gleichermaßen zutreffen.
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