51. Grimme-Preis 2015: Anmeldung ab sofort online

Der 51. Grimme-Preis 2015 ist für Fernsehproduktionen ausgeschrieben, die im Zeitraum vom 6. Januar 2014 bis 5. Januar 2015 erstmals ausgestrahlt wurden. Er wird in den drei Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur und Unterhaltung vergeben.  Fernsehanstalten, Produktionsunternehmen und das Publikum können Sendungen oder spezielle Fernsehleistungen für den Grimme-Preis vorschlagen. Über die Nominierungen und Auszeichnungen entscheiden vom Grimme-Institut berufene Kommissionen und Jurys. Die Auszeichnungen des 51. Grimme-Preises werden am 27. März 2015 in Marl verliehen.

Die Anmeldung für die Einreichung durch Sendeanstalten und Produktionsfirmen sowie das aktuelle Statut finden Sie hier.

 

Zuschauervorschläge können formlos unter vorschlaege@grimme-preis.de eingereicht werden. 

 

50. Grimme-Preis 2014: Ein Selfie mit Gauck


Preisträger Jan Böhmermann ("NEO MAGAZIN", ZDF/ZDFneo) mit Bundespräsident Joachim Gauck.


Bundespräsident Joachim Gauck trifft auf die „Circus Halli Galli“-Direktoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Die 50. Grimme-Preis-Verleihung am 4. April 2014 in Marl bot zahlreiche spannende, witzige und vor allem magische Momente.


Bundespräsident Joachim Gauck in Marl


„Die Frage der Qualität wird nicht obsolet“, betonte Gauck in seiner Ansprache. „Diese Frage wird seit Gründung des öffentlichen-rechtlichen Fernsehen gestellt.“ Er würdigte den Grimme-Preis als Ansporn, um Qualität ins Fernsehen zu bringen. Nachdenklich wurde er, als er zusammen mit den 600 Gästen im Theater der am gleichen Tag in Afghanistan getöteten Fotojournalistin Anja Niedringhaus gedachte.


Grimme-Preis für "Circus HalliGalli" (ProSieben): Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf

 

Eine leichtere Farbe bekam die Preisverleihung unmittelbar danach, als Moderator Jan Böhmermann die Grimme-Trophäe für das „NEO MAGAZIN“ (ZDF/ZDFneo) entgegennahm. Damit er seine Mutter stolz machen könne, wünschte er sich ein Selfie mit Joachim Gauck. Der Bundespräsident stand für das Foto spontan zur Verfügung. Die Pro7-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf wurden für ihre Show "Circus Halli Galli" (ProSieben) ausgezeichnet. „Wir haben uns heute den kleinsten Hut angezogen, den wir finden konnten“, zeigte sich Klaas Heufer-Umlauf demütig, der direkt nach der Auszeichnung zum Mikrofon griff und ein Jazz-Stück sang.


Dokumentarfilmerin Katrin Grothe ("Betongold", rbb/ARTE) mit Moderator Michael Steinbrecher

 

In der Kategorie „Information & Kultur“ wurden Carmen Losmann und Dirk Lütter für ihren Film „Work hard - Play hard“ (ZDF/ARTE) ausgezeichnet. In der Dokumentation beleuchten sie die heutige Arbeitswelt. „Es ist nötig, sich mit der Thematik grundsätzlich auseinanderzusetzen“, so Losmann. Der Dreiteiler „Sonneborn rettet die Welt“ (ZDF/ZDFneo) mit und von Satiriker Martin Sonneborn wurde ebenfalls mit einem Preis bedacht. Sonneborn zieht ein positives Resümee seines Engagements: „Wir haben versucht in 3x30 Minuten die Welt zu retten – und sie steht noch. Also waren wir erfolgreich.“ Bei seinem Selfie-Wunsch verwechselt Sonneborn allerdings die Lebensgefährtin Daniela Schadt und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die heute neben Gauck im Publikum saß. Filmemacherin Katrin Rothe wurde für den Film „Betongold“ (rbb/ARTE) geehrt. Ebenfalls ausgezeichnet: Die Dokumentation „Restrisiko“ (BR) über Sexualverbrechen aus Sicht der Täter, dazu sagte Filmemacherin Katrin Bühlig: „Mich hat der Mensch hinter der Tat interessiert, der ja nicht als Sexualstraftäter geboren wird.“

Doppelt abräumen konnte der „Tatort“: Die Folge „Angezählt“ (rbb/ORF) aus Wien über das Thema Prostitution erhielt den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“. Hauptdarsteller Harald Krassnitzer: „Wir wollen berühren - und Fragen aufstellen. Die Antworten können wir nicht immer geben.“ Mit „Mord in Eberswalde“ überzeugte die Grimme-Jury ein weiterer Krimi. Der Film spielt zu DDR-Zeiten, die allerdings – so verriet Ausstatterin Zazie Knepper – für die Dreharbeiten nach Nordrhein-Westfalen importiert und nachgestellt wurde. Auch die Filme „Grenzgang“ (WDR/NDR) „Eine mörderische Entscheidung“ (NDR/ARTE) und die Echtzeit-Serie „Zeiten der Helden“ (SWR/ARTE) wurden in der „Fiktion“ ausgezeichnet.


Besondere Ehrung für das Format "Tatort": Erfinder Gunther Witte (m.) nahm stellvertretend mit dem Ermittlerteam aus Ludwigshafen, Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe die Auszeichnung des DVV entgegen

 

Die Besondere Ehrung ging in diesem Jahr an den „Tatort“. Zum ersten und einzigen Mal zeichnet der Stifter des Grimme-Preises damit ein Format aus. Erfinder Gunther Witte, der den Preis zusammen mit Ulrike Folkerts und Andreas Doppe entgegennahm, machte den ungebrochenen Erfolg des „Tatort“ daran fest, dass die unterschiedlichsten Geschichten in dem Format erzählt werden. „Ich kämpfe immer noch für bunte Stoffe. Das ist das A und O“, ergänzte Ulrike Folkerts, die Kommissarin aus Ludwigshafen, und wünschte sich auch noch mehr Multi-Kulti im deutschen Fernsehen.

 


Vor dem ESC-Finale in Kopenhagen ein Zwischenstopp in Marl: Elaiza

 

Für besondere musikalische Akzente sorgten neben Klaus Doldinger und Passport auch die aktuellen Eurovision-Song-Contest-Kandidatinnen von „Elaiza“. Der Höhepunkt kam zum Schluß: eine Live-Version der Tatort-Titelmelodie, die von Rapper Eko Fresh aufgefrischt wurde.


Eine Auswahl an Pressefotos finden Sie hier.

Weitere Fotos finden Sie auf der offiziellen Facebook-Seite des Grimme-Preises.

 

grimme - das Magazin zur 50. Grimme-Preisverleihung

grimme im Jahr 2014: Das Heft gibt tiefe Einblicke in die Medienbranche, zeigt vielfältige Trends auf und will zur Diskussion anregen. Eine große Zahl namhafter Autoren beteiligt sich am medialen Diskurs und schreibt für die Festzeitschrift zum 50. Grimme-Preis 2014: Isabelle Bourgeois, Rita Süssmuth, Heinrich Breloer, Hubert Seipel, Torsten Körner, Monika Grütters oder auch Michael Schmid-Ospach - alle Beiträge fügen sich zusammen zu einer ganz eigenen grimme-Collage.

 

Im grimme-Gespräch spricht der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele über sein Treffen mit dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden und die Rolle der Medien als Kontrollinstanz der Politik. Er ist überzeugt: "Investigative Journalisten arbeiten in Deutschland sicherer." Das Fernsehen und die Medien ganz allgemein seien die vierte Gewalt im Staat. Doch manchmal vergaloppierten sich die Journalisten auch - wie der Fall Christian Wulff gezeigt habe.

 

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnt in der grimme-Serie "Kann Fernsehen Vorbild sein?", dass im Nachrichtenbereich die Unmittelbarkeit der Fernsehbilder eine Erwartung wecke, die nicht erfüllt werden könne. "Durch immer schnellere, unmittelbarere Berichterstattung gerät Politik unter Druck, ihrerseits immer schneller immer weitreichendere Entscheidungen zu treffen", so Steinmeier. "An der Wirklichkeit von Politik, besonders von Außenpolitik, geht das vorbei."

 

Im Beitrag "Abenteuer der Differenz" fordert Autor Torsten Körner, dass das deutsche Fernsehen endlich die gesellschaftlichen Realitäten widerspiegelt. "Nein", so Körner, "hier soll es nicht in erster Linie um Farbe und Haut gehen, hier geht es insgesamt um die Frage, wie das Fernsehen auf Gesellschaft blickt und diese formiert, hier geht es um Identitätspolitik. Unsere Biografien werden bunter."

 

Die gesamte Publikation gibt es hier.

 

 

"Außer Kontrolle"

ARD-Reporter Hubert Seipel spricht beim Bergfest über die Dimension seines Snowden-Interviews

 

Im Rahmen der Bert-Donnepp-Preisverleihung äußerte sich ARD-Reporter Hubert Seipel zu seinem kürzlich ausgestrahlten Fernsehinterview mit dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden. „Durch ihn wissen wir: Wir Nutzer werden täglich angegriffen. Es ist außer Kontrolle geraten.“ Nur wenn alle das Thema öffentlich hielten, werde sich eine Lösung finden. Edward Snowden wurde im Rahmen des Bergfestes zum 50. Grimme-Preis 2014 als „Aufklärer des Jahres“ geehrt. Er habe sich, so die Jury, „um die Demokratie verdient gemacht“.

Am Abend verlieh der Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises den mit 5.000 Euro dotierten Bert-Donnepp-Preis – Deutscher Preis für Medienpublizistik. In diesem Jahr wurden Thomas Lückerath, Gründer von dwdl.de, und der Journalist und Blogger Peer Schader ausgezeichnet. Schrifstellerin und Autorin Barbara Sichtermann wurde die Besondere Ehrung zugesprochen.

 

Hubert Seipel machte im Gespräch mit Grimme-Direktor Uwe Kammann klar, dass das Internet gewandelt habe: „Es ist eine Technik, die nicht mehr kontrolliert wird. Es ist ein perfektes Kontrollinstrument für Regierungen und Geheimdienstgemeinden", so der Filmemacher. Vorbei sei der Gedanke des schönen Internets: „Man hat ja immer gedacht, das Netz ist so schön wie die Apple-Produkte. Aber nichts da: Es ist weder schön, noch wunderbar, noch kalifornisch.“ Snowdens Verdienst sei es, dass er uns die Dimension klar gemacht hat, inwieweit wir alle angegriffen werden.

 

Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Institutes, begrüßte mehr als 250 Gäste – unter ihnen zahlreiche Nominierte für den diesjährigen Grimme-Preis: „Hier gehört das Nah-Sehen zum System. In der Runde der letzten 66 dabei zu sein, ist eine ganze Menge.“ Preisträger Thomas Lückerath wurde bei seiner Ehrung von Kai Blasberg, Geschäftsführer von Tele 5, überrascht. Der Senderchef lobte Lückeraths journalistisches Können: „Er hält mit gar nichts hinterm Berg, er stellt Nähe her und ist trotzdem ein fantastischer Journalist.“ Blasberg zeigte einen kurzen satirischen Einspieler  über seinen Freund und Kollegen Lückerath, den „grenzgenialen Gründervater der DWDL“. Thomas Lückerath gab sich bescheiden: „Vor Ihnen steht eigentlich ein 19jähriger Schüler, der etwas ausprobiert hat, was ihn interessierte.“ Über seine Arbeit bei DWDL sagt er, dass man „am Ende meistens verblüfft ist, wie viel Zeit man mit etwas verbringen kann, das einem Spaß macht. So geht es mir mit DWDL.“

 

Für Peer Schader fand Medienjournalist Stefan Niggemeier besondere Worte in seiner Laudatio: „Peer schreibt unvoreingenommen über Fernsehen. Er ist unprätentiös und uneitel und nimmt das Medium Fernsehen ernst. Er fragt: Warum kann es nicht besser sein?“. In seiner Replik ist sich Schader sicher: „Der Preis ist ein weiterer Beleg dafür, das Medienkritik im Internet funktioniert. Ich glaube, dass es sich besonders für die Medienkritik lohnt, im Internet genauer hinzuschauen, was Fernsehen für Auswirkungen hat.“


Barbara Sichtermann, Schriftstellerin, Autorin und langjähriges Jurymitglied bei Grimme, erhielt die Besondere Ehrung. Ihr Jury-Kollege, Schriftsteller Torsten Körner, fand lobende Worte. „Sie ist eine skeptische Euphorikerin und eine euphorische Skeptikerin. Wir alle wären ärmer ohne ihre intellektuelle Freibeuterei“, so Körner.  Sichtermann blickte in ihrer Dankesrede auf ihre Arbeit im Rahmen des Grimme-Preises zurück: „Gute Juryarbeit ist auch immer eine Stunde der wahren Emfindungen: Meinungen, Urteile und Analysen über Fernsehen haben ihre Wurzeln in unseren Gefühlen."


Im Anschluss an die Verleihung hatten die Gäste ausreichend Gelegenheit, über die diesjährigen Nominierungen zu sprechen. Genug Gesprächsstoff gab es in jedem Fall.

 

Trauer um Thomas Thieringer

Das Grimme-Institut und die Mitglieder des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises trauern um Thomas Thieringer. Der Fernseh-, Theater- und Filmkritiker ist am 1. Februar in München an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. Es hatte noch die Absicht und auch die Hoffnung bestanden, dass Thomas Thieringer an der diesjährigen Grimme-Preis-Jury mitwirken sollte und konnte – doch genau am Morgen des Auftakts der Jury-Sitzung erreichte uns die Nachricht vom Tode Thieringers. Mehr...

Vier Nachnominierungen für den 50. Grimme-Preis 2014

Die Wettbewerbsjurys haben vier Produktionen nachnominiert. In der "Information & Kultur" handelt es sich um: "Versicherungsvertreter“ (WDR), „Gerhard Richter - Painting“ (WDR/ARTE) und „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ (rbb/ARTE). In der "Fiktion" gab es eine Nachnominierung: „Mobbing“ (BR/SWR/ARTE). In der "Unterhaltung" wurde keine Produktion nachnominiert. Damit sind nun insgesamt 66 Produktionen im Rennen um eine Auszeichnung.

Besondere Ehrung für das Format „Tatort“

Die erste Preisentscheidung im Rahmen des 50. Grimme-Preises 2014 steht fest. Der Stifter des Preises, der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), spricht seine Besondere Ehrung dem Programmformat „Tatort“ zu. Dies gab der Verbandsdirektor des DVV, Ulrich Aengenvoort, im Rahmen der Nominierungspressekonferenz des Grimme-Instituts am 29. Januar in Düsseldorf bekannt. Mehr...

62 Produktionen für den 50. Grimme-Preis 2014 nominiert

Die Nominierungen für den 50. Grimme-Preis 2014 stehen fest. Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf hat das Grimme-Institut heute die 62 Produktionen bekanntgegebenen, die sich in der Endauswahl für eine Auszeichnung am 4. April befinden. Die Besondere Ehrung des Stifters, dem Deutschen Volkshochschul-Verband, geht in diesem Jahr an das Format „Tatort“. Mehr...



Das Magazin zur 50. Grimme-Preisverleihung 2014 gibt es hier als PDF.

Der Grimme-Preis ist auch auf Facebook. Neben aktuellen Informationen gibt es hier die Möglichkeit, sich mit anderen Usern auszutauschen.

Informationen rund um das Nominierungsverfahren zum 50. Grimme-Preis 2014 gibt es hier hier.

 

Der Grimme-Preis wird gefördert aus Mitteln der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen.