Über das Grimme-Institut

 

Das Grimme-Institut zählt zum kleinen Kreis renommierter Forschungs- und Dienstleistungseinrichtungen in Europa, die sich mit Fragen der Medienkultur befassen. Das Grimme-Institut versteht sich als Forum für die kommunikationspolitische Debatte in Deutschland und leistet medientheoretische und medienpraktische Bildungsarbeit.

 

Die Aufgaben des Grimme-Instituts liegen in der Beobachtung, Analyse und Bewertung von Medienangeboten und -entwicklungen – vom Fernsehen über den Hörfunk bis zu Multimedia – sowie im Kompetenz- und Wissenstransfer zwischen den gesellschaftlichen Gruppen. In der Öffentlichkeit sind besonders die beiden Qualitätswettbewerbe des Instituts bekannt: der Grimme-Preis für vorbildliches Fernsehen und der Grimme Online Award für hervorragende Qualitätsangebote im Netz. Darüber hinaus steht das Institut für qualifizierte Bildungsangebote für Medien-Praktiker und breite Kreise der Gesellschaft.

 

Das Institut hat seinen Sitz im ehemaligen "insel"-Gebäude im nordrhein-westfälischen Marl, einer Stadt, deren langjährige Tradition medienkritischer Arbeit auch zur Gründung des Grimme-Instituts führte.

 

Das Grimme-Institut hat die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Gesellschafter des Grimme-Instituts – Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH – sind der Deutsche Volkshochschul-Verband, der Westdeutsche Rundfunk, das Zweite Deutsche Fernsehen, die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, die Film- und Medienstiftung NRW, die Stadt Marl und das Land Nordrhein-Westfalen. Zu den Auftraggebern des Grimme-Instituts zählen Rundfunkanbieter und Medienunternehmen, Landesmedienanstalten, Ministerien, Stiftungen und Bildungsorganisationen. Das Grimme-Institut arbeitet eng mit Institutionen zusammen, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen, so mit der Deutschen Kinemathek – dem Film- und Fernsehmuseum in Berlin –, dem Goethe-Institut, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Akademie der Künste in Berlin.

 

Das Grimme-Institut wird durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Marl gefördert.

 

Zur Geschichte

Das Grimme-Institut – benannt nach dem Kulturpolitiker und ersten deutschen Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) – wurde 1973 durch den Deutschen Volkshochschulverband (DVV) gegründet. Auf Initiative von Professor Dr. Bert Donnepp, Leiter des Marler Bildungswerks "die insel", verabschiedete der Vorstand des DVV am 23. September 1973 eine Geschäftsordnung für das Adolf-Grimme-Institut. Das Institut sollte Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Volkshochschulen und Fernsehen entwickeln und Veranstaltungen zur Qualifizierung der Erwachsenenbildung im Umgang mit Medien organisieren. Eine weitere wichtige Aufgabe bestand in der Vorbereitung und Organisation des bestehenden Fernsehpreises.

 

Bis etwa 1982 lag der Schwerpunkt der Arbeit in der Entwicklung von Medienverbundprojekten.  Ab 1983 wandte sich das Institut dem gesamten Fernsehprogramm zu und bezog Presse und Hörfunk in seine Arbeit ein. Medienpakete entstanden, so zu den Themen Elternbildung, Ökologie, Rechtsradikalismus und Medien, Mediengeschichte der Bundesrepublik und der DDR.

 

Ab 1990 prägte mehr und mehr der Forumsgedanke das öffentliche Engagement des Instituts. Neben dem Grimme-Preis und dem Grimme Online Award gelten so die Marler Tage der Medienkultur als eine herausragende Veranstaltung. Seit 1995 engagiert sich das Institut mit Gründung der Grimme-Akademie zudem in der Aus- und Fortbildung für die Medienbranche sowie in der Vermittlung von professioneller Medienkompetenz.

 

Im Jahr 2010 sind das Adolf-Grimme-Institut und das ebenfalls in Marl ansässige Europäische Zentrum für Medienkompetenz (ecmc) zu einer Institution verschmolzen. Sie führen ihre Arbeit nun gemeinsam unter dem Grimme-Dach weiter. Mit der Fusion firmiert das Institut jetzt als Grimme-Institut. Durch die Zusammenführung der beiden Institutionen wurde das Leistungsspektrum des Grimme-Instituts erweitert; die Arbeitsfelder Medienkompetenz und Neue Medien haben damit deutlich an Umfang und Kapazität gewonnen.

 

 

Über Adolf Grimme

Adolf Grimme, der Namenspatron unseres Hauses, wurde am 31. Dezember 1889 in Goslar am Harz geboren. Zu den bedeutenden Stationen seines Lebens gehören:

 

1930 - 1932: Preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

 

1942: Festnahme durch die Gestapo aufgrund seiner Verbindung zur Widerstandsgruppe "Rote Kapelle"

 

1943: Verurteilung durch das Reichskriegsgericht zu drei Jahren Zuchthaus wegen "Nichtanzeige eines versuchten Hochverrats"

 

1946 - 1948: Kultusminister des Landes Hannover bzw. Niedersachsen

 

1948 - 1956: Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), Hamburg und Köln

 

Adolf Grimme verstarb am 27. August 1963 in Degerndorf am Inn im Alter von 73 Jahren.

Arbeitsbereiche

Impressionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hören Sie hier den Audio-Mitschnitt einer Ansprache Adolf Grimmes von 1952