"Erstklassige Medienpublizistik und Programmorientierung"

Zum ersten Mal haben zwei medienpublizistische Angebote aus dem Internet den Bert-Donnepp-Preis erhalten. "Mit dem Weblog Das Altpapier und der Website tittelbach.tv werden zwei Angebote ausgezeichnet, die für erstklassige Medienpublizistik und Programmorientierung stehen", so der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Der Verein stiftet bereits zum 21. Mal den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Preis für Medienpublizistik. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Jury-Bergfestes zum 49. Grimme-Preis 2013 im Grimme-Institut statt.

 


Die Bert-Donnepp-Preisträger Matthias Dell, Klaus Raab, Christian Bartels, René Martens (v.l.) und Rainer Tittelbach (r.) mit dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, Jürgen Büssow (3. v.r.) und Grimme-Preis-Referent, Dr. Ulrich Spies (2. v.r.)

 

In ihrer Laudatio erinnerte die freie Publizistin Vera Linß daran, dass heute selbstverständlich ist, was früher noch als undenkbar galt: Der Bert-Donnepp-Preis wurde noch nie an Publikationen verliehen, die ausschließlich im Internet erscheinen. "Das hätte sich Bert Donnepp nicht träumen lassen." Es sei noch gar nicht so lange her, dass deutsche Medien gefragt hätten, ob man eine Zeitung brauche, die man nicht durchblättern könne. "Mittlerweile ist das Altpapier zu einer Marke geworden und kann dadurch weiter existieren." Rainer Tittelbach leiste mit seiner Website etwas, dass es so fast gar nicht mehr gebe. "Er erklärt alles, was der Fernsehliebhaber braucht, wenn er nicht nur an Oberflächlichkeiten interessiert ist", so Linß.

 


Vera Linß: "Das hätte sich Bert Donnepp nicht träumen lassen."

 

"Grimme bedeutet auch immer ein Qualitätsurteil. Das ist der unveränderliche Kern", erklärte Instituts-Direktor Uwe Kammann im Hinblick auf die Bert-Donnepp-Preisträger. Jürgen Büssow ergänzte: "Sie liefern Programmorientierung und können die Print-Medien qualitativ ergänzen."

 


Die vier Macher von Das Altpapier: René Martens, Klaus Raab, Christian Bartles und Matthias Dell (v.l.).

 

Christian Bartels, neben Matthias Dell, Klaus Raab und René Martens einer von vier Altpapier-Machern, unterstrich in seiner Replik, dass die Website nach 11 Jahren vom Grundsatz her immer noch genauso aussehe wie früher. "Sehr lange Texte, wenig Fotos." Sein Kollege René Martens wies darauf hin, dass sich Medienjournalismus immer mehr ausdehne. "Im Netz passiert das sowieso." Medien würden immer wichtiger und präsenter in der Gesellschaft.

 


Der Kritiker "mit großem Herz": Rainer Tittelbach von tittelbach.tv.

 

Rainer Tittelbach erinnert sich in seiner Dankesrede an die frühen Tage von tittelbach.tv: "Vor fünf Jahren wusste ich noch nicht einmal, wie das Internet funktioniert." Mittlerweile habe erlernen müssen, dass die Finanzierung von Webangeboten durchaus schwierig sei. Viele Nutzer hielten ihn für den verlängerten Arm von TV-Sendern, obgleich das natürlich nicht stimme. "Meine Kollegen nennen mich den Kritiker mit dem großen Herz." Das faszinierende an seiner Arbeit sei der ständige Fluss. "Tittelbach.tv wird als Programm-Guide wahrgenommen, aber ich arbeite nicht unter dem Druck der Aktualität."

 

Sprachen über das Schlüsselthema Europa: Rolf-Dieter Krause, ARD-Korrespondent in Brüssel, und Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts.

 

In einem anschließenden Gespräch über die Europa-Berichterstattung erklärte der Brüsseler ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause: "In den letzten Jahren habe ich hammerhart gelernt, wie sehr es in Brüssel um Kultur geht." Es stehe eben nicht die Politik und Wirtschaft im Mittelpunkt. Für ihn sei vor allem deutlich geworden, dass es unterschiedliche kulturelle Vorstellungen zum Thema Geld gebe. "Dahinter steckt für viele eine Philosophie." Unter Brüssel-Korrespondenten streite man sich daher auch in regelmäßigen Abständen. "Das ist wie eine Hydraulikpresse, die den eigenen Horizont immer wieder auseinander schiebt, wenn er eng werden will." Auf jeden Fall habe er gelernt, dass auch die deutsche Wahrheit immer nur ein Teil der Wahrheit sei.

 

 

Im Anschluss hatten die mehr als 150 Gäste Gelegenheit, sich nicht nur über die Bert-Donnepp-Preisträger und Europaberichterstattung zu unterhalten. Die 61 Nominierungen zum 49. Grimme-Preis boten ebenfalls genug Gesprächsstoff. Die Preisentscheidungen werden am 27.  März bekanntgegeben. Die Verleihung der 49. Grimme-Preise findet am 12. April im Theater der Stadt Marl statt.

Bert-Donnepp-Preis

Gleich zwei Preisträger werden für das Jahr 2012 mit dem Bert-Donnepp-Preis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Deutsche Preis für Medienpublizistik, der von den Freunden des Adolf-Grimme-Preises vergeben wird, geht an die Website „tittelbach.tv“ sowie das Weblog „Das Altpapier“. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Jury-Bergfestes zum 49. Grimme-Preis 2013 am 5. Februar im Grimme-Institut statt.

 

In der Begründung zu Rainer Tittelbachs Netzauftritt „tittelbach.tv“, der aktuelle Kritiken über TV-Produktionen veröffentlicht, heißt es: „Der Journalist schuf quasi im Alleingang ein Internet-Portal, das dem deutschen Fernsehfilm den Raum gibt, den er verdient.“ Dadurch würden nicht nur ausführliche, anspruchsvolle und analytische Kritiken geboten, die klar, knapp und vergleichend seien. Vielmehr sei das Portal ein unschätzbares digitales Nachschlagewerk. Die Jury lobt: „Der User merkt schnell, dass hier jemand am Werk ist, dem das Fernsehen am Herzen liegt. Einer, der sich nicht in den Vordergrund schreiben will, einer, der sammelt, wertet, analysiert und der eine Haltung hat. Der Umgang mit den Produktionen ist oft kritisch, aber stets fair.“

 

Die Macher des „Altpapier“, Christian Bartels, Matthias Dell, René Martens und Klaus Raab, ordnen das aktuelle Mediengeschehen ein und werden in der Begründung dafür gelobt, dass sie nicht nur nach den Perlen und verschlossenen Austern tauchen, sondern „die Fehlleistungen einer oft und gern von sich selbst überzeugten Branche“ dokumentieren. Damit sorgten sie für „regelmäßige Durchlüftung“. Das Weblog „spart nicht mit wohldosiertem Lob, wo es angebracht ist. Es scheut sich aber auch nicht – wenn nötig – vor dem kalten Einlauf. Dabei nennt es Ross und Reiter, unabhängig – und unbequem.“ So sei der Netzauftritt zum „Gedächtnis des deutschen Medienjournalismus“ geworden.


Der Bert-Donnepp-Preis wird seit 1991 vom Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises als Deutscher Preis für Medienpublizistik gestiftet.

 

 

tittelbach.tv

Begründung

 

 

Aus den Zeitungen ist sie in den letzten Jahren mehr und mehr verschwunden, auf den Online-Portalen findet sie meist als Event-Kritik statt: Die klassische Fernsehkritik führt in Deutschland nur noch ein Schattendasein, in Flora und Fauna würde man sagen: sie ist vom Aussterben bedroht. In ganz Deutschland? Nein, denn im in die Beschaulichkeit abgetauchten Bonn, der ehemaligen Bundeshauptstadt, hat sich im Herbst 2009 ein Mann aufgemacht, den Kampf gegen den Niedergang der Fernsehkritik aufnehmen: Rainer Tittelbach. Der Journalist schuf - sieht man mal von der technischen Unterstützung ab -quasi im Alleingang ein Internet-Portal, das dem deutschen Fernsehfilm den Raum gibt, den er verdient. „tittelbach.tv“, Unterzeile „Der Fernsehfilm-Beobachter“, heißt der Web-Auftritt, der sich in den bestehenden gut drei Jahren zu einer umfassenden und unver-zichtbaren, weil qualitativ hochwertigen TV-Kritik-Plattform entwickelt hat - für Regisseure, Autoren, Kameraleute, Produzenten, Redakteure und - in allererste Linie - Zuschauer.

 

Unschätzbar was Rainer Tittelbach, früher Autor auf der Medienseite der „Welt“ - ja, auch die hatten mal eine, und seit 1994 als freier Bauchladen-Journalist tätig, da als Archiv geschaffen hat und täglich weiter schafft - ein Komplett-Verzeichnis des deutschen Fernsehfilms seit 2008, seit einiger Zeit zudem auch der deutschen Serie. Diesem Mann entgeht keine fiktionale deutsche TV-Produktion, ob Einzelstück, Mehrteiler oder Reihe. „tittelbach.tv“ bietet nicht nur ausführliche, anspruchsvolle und analytische Kritiken, klar, knapp und vergleichend, das Portal ist ein unschätzbares digitales Nachschlagewerk. Derzeit sind rund 2300 Textseiten online und täglich kommen neue hinzu. Pro Monat findet man hier rund 200 Besprechungen von TV-Premieren und Film-Wiederholungen. Zudem gibt es Rankings zu den besten neuen Filmen, zu den besten Wiederholungen und vieles mehr. „tittelbach.tv“ bietet Orientierung, weist auf die Perlen hin, ordnet ein, was gelungen ist und was nicht. Das stößt auf stetig steigende Ressonanz. Was 2009 mit wenigen Visits begann, ist heute ein rege genutztes Portal: 850 000 Besucher zählte der Macher im Jahr 2012, in diesem Jahr will er die Schallmauer von einer Million knacken.

 

„tittelbach.tv“ ist keine Seite für den flüchtigen Blick. Nicht der Effekt, der oberflächliche Aufreger sind dem Macher wichtig. Er sieht genau hinein, vergleicht, stellt Filme in einen historischen Kontext, vergleicht sie innerhalb des Genres, beobachtet Entwicklungen und aktuelle Trends, rückt auch in Kritiken vernachlässigte Gewerke wie Kostüme, Schnitt, Ausstattung, Licht, Ton oder Filmmusik in den Mittelpunkt seiner Beschreibungen und Bewertungen. Seine, nennen wir sie, „Kunden“ interessieren sich für die Kritiken, fünf Minuten Verweildauer hat ein Artikel im Durchschnitt, die Texte werden also gelesen, hier huscht man nicht drüber wie oft im so flüchtigen Medium Internet.

 

Der User, oder wie man früher sagte, Leser merkt schnell, dass hier jemand am Werk ist, dem das Fernsehen am Herzen liegt. Einer, der sich nicht in den Vordergrund schreiben will, einer, der sammelt, wertet, analysiert und der eine Haltung hat. Der Umgang mit den Produktionen ist oft kritisch, aber stets fair. Film und Fernsehen gehören - wie Rainer Tittelbach sagt - zu seinem Leben wie Essen und Trinken. Das stimmt so nicht, denn Wissenschaftler sagen, man kann drei bis vier Tage ohne Wasser und mehrere Wochen ohne Essen auskommen. Keine paar Tage würde es dieser Mann ohne den deutschen TV-Film aushalten. Die Stapel von DVDs in seiner Wohnung, der Zentrale von „tittelbach.tv“, müssen abgearbeitet werden, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Sein Dreisprung heißt: Sehen, schreiben, einpflegen - wie man das Einstellen von Texten auf die Homepage nennt.

 

Das dies kein Rund-um-die-Uhr-Job wie in den ersten beiden Jahren für Rainer Tittelbach mehr ist, liegt an seiner Entscheidung, Anfang 2012 drei Kritiker-Kollegen, mit denen er seit Jahren auch in Grimme-Jurys sitzt und diskutiert, als Autoren auf sein Portal zu nehmen. Das entlastet den Macher von „tittelbach.tv“, gibt ihm die Möglichkeit, sich um die Vermarktung der Seite zu kümmern. Denn auch das macht er selbst. Wobei wir beim Wermutstropfen dieser beinahe perfekten Webside sind. Denn wirtschaftlich gesehen ist die Situation alles andere als einfach, anklicken wollen heute im Internet viele, aber die Arbeit, die auf so einem Portal geleistet wird, entlohnen, das will kaum einer. Viel Lob, wenig Lohn also - aber entmutigen lässt sich der Inhaber des Portals nicht. Sich an Werbeträger zu verkaufen, die ihm in die redaktionelle Gestaltung oder inhaltliche Ausrichtung hineinreden, das will er nicht. Kritisch und unabhängig will er bleiben. Und das ist gut so - für „tittelbach.tv“ und für uns, die Nutzer. Wünschen wir diesem so wichtigen Beitrag zur Sehkultur des Fernsehens wirtschaftlichen Erfolg, bleibende Qualität und dem Macher herzlichen Glückwunsch zum Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik 2013.

 

 

 

Das Altpapier

Begründung

 

„Daily Briefings“ und Zusammenfassungen über das Mediengeschehen im Netz sind mittlerweile Dutzendware. Das Altpapier bleibt einzigartig. Denn es notiert nicht nur verlässlich das medienpublizistische Geschehen auf (fast) allen Kanäle. Es taucht nicht nur nach den Perlen und verschlossenen Austern dieser Zunft, sondern birgt genau so gewissenhaft auch die alten Stiefel und dokumentiert die Fehlleistungen einer oft und gern von sich selbst überzeugten Branche. Wenn im Medienjournalismus nach Dietrich Leder ein „Treibhausklima“ herrscht, „in dem  Expertenbeobachtung, Emotionen und Verschwörungstheorien statt  Aufklärung gedeihen“, sorgt das Altpapier hier für regelmäßige Durchlüftung.

 

Es spart nicht mit wohldosiertem Lob, wo er angebracht ist. Es scheut sich aber auch nicht – wenn nötig – vor dem kalten Einlauf. Dabei nennt es Ross und Reiter, unabhängig – und unbequem. So hat es auch sein eigentliches Wirtsmedium, die längst untergegangene Netzeitung überlebt, auf deren Webseiten im November 2000 alles begann. Das Altpapier lebt dabei nicht nur im Aktuellen hier und jetzt, und schon gar nicht – wie der Name suggerieren könnte – im Gestern. Es ist vielmehr das Bindeglied zwischen Neuem und schon da Gewesenem, also gelebte medienjournalistische Nachhaltigkeit. Und längst auf Facebook und Twitter. Denn es zeigt Zusammenhänge auf, und ist damit längst nicht nur zum Archiv, sondern vielmehr zum Gedächnis des deutschen Medienjournalismus geworden.

 

Einem streitbaren Gedächnis, das Hinter- und Abgründe der Medienberichterstattung nicht ausspart. Parteilichkeiten und Abhängigkeiten offen benennt. Kurz: Der Branche den Spiegel vorhält. Mit Haltung, meistens feiner Ironie und Mut zum eigenen, unbestechlichen Urteil, sortieren die Autorinnen und Autoren die gelungenen und weniger gelungenen Leistungen, ohne dabei in kleinliche Erbsenzählerei zu verfallen.

 

Und so ist das Altpapier alles andere als das Aschenputtel der Medienpublizistik. Sondern stolzer Träger des Bert Donnepp-Preises 2012.

 

 

 

Laudatio auf Das Altpapier und tittelbach.tv

von Vera Linß

(hier als mp3 anhören)

 

 

Meine Damen und Herren, liebe Preisträger,

 

wir haben eine Premiere in der Geschichte des Bernt-Donnepp-Preises. Seit 1991 wird der Preis verliehen, heute also zum 22. Mal und noch nie ist es vorgekommen, dass er an Publikationen geht, die ausschließlich im Internet erscheinen. Dass es so etwas überhaupt geben kann – Journalismus nur im Netz – hätte sich Bert Donnepp, der Gründer des Adolf-Grimme-Instituts, sicher schwer vorstellen können und auch dieser Tage ist es noch für viele ein Phänomen mit vielen Fragezeichen.

Nichtsdestotrotz und vielleicht darum umso wichtiger: Geehrt werden heute die Redakteure des Weblogs „Das Altpapier“ und der Macher des Onlineportals „tittelbach.tv“.

 

„Das Altpapier“ startete zu einem Zeitpunkt, als Online-Journalismus noch wirklich etwas mit Visionen zu tun hatte – im Jahre 2000. Die erste Ausgabe erschien am 8. November als Bestandteil der Netzeitung, der ersten rein digitalen Zeitung in Deutschland. Die Skepsis war natürlich groß, berechtigterweise, wie ich finde. Schon allein aus technischen Gründen. „Braucht jemand eine Zeitung, die man nicht beim Frühstück durchblättern kann, weil ein 17-Zoll-Monitor neben dem Marmeladenbrötchen doch irgendwie deplatziert wirkt? Braucht irgendjemand eine Zeitung, die man nicht flott überfliegen kann, weil man stets drei Sekunden warten muss, bevor der nächste Artikel lesbar wird?“ fragte die Süddeutsche Zeitung kritisch und man kann es verstehen. Es war die Zeit, als das Internet einigermaßen ruckelfrei Texte übertrug und Bewegt-Bilder gerade mal in Streichholzschachtelgröße gezeigt werden konnten.

 

Umso erstaunlicher die Weitsichtigkeit, die die Macher bei der Namensgebung ihrer Rubrik gezeigt haben. „Altpapier“ – der Titel deutet darauf hin, dass die Erfinder des Formats (die heute nicht mehr dabei sind) ihrer Zeit voraus waren und zumindest gespürt haben müssen, dass Zeitungen durch das Internet ernorm in Bedrängnis geraten würden. „Altpapier“ – das klang so ein bisschen wie eine satirische Überhöhung, wie eine freundliche Überheblichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen, wie ein Sich-lustig-machen über die Branche und über ein Medium, das inzwischen vielen todgeweiht gilt, was damals aber die wenigstens vorhersahen. Inzwischen, gut zwölf Jahre später, wissen wir: Die Tatsache „Nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern“ wurde abgelöst durch die Erkenntnis „Nichts ist so alt, wie die Zeitung von heute“.

 

Doch Altpapier kann ja vielerlei Nutzen haben und die Macher des Altpapiers haben – zumindest aus journalistischer Sicht und aus Sicht des Lesers – das Beste draus gemacht. Die Idee war von Anfang an, werktäglich die Medienseiten der Zeitungen zusammenzutragen, zu verlinken und die Inhalte einzuordnen. Dazu ist man – wie romantisch – anfangs frühmorgens zum Zeitungskiosk gelaufen, um zwischen neun und zehn mit dem Text online gehen zu können. Nie war „Altpapier“ bloße Aggregation – bis heute. Immer ging es darum, das Gelesene auch zu kommentieren, mit Hintergründen zu versehen sowie Entwicklungen und Zusammenhänge aufzuzeigen, wofür man ziemlich viel Background haben muss. Ziel war es, nicht nur Überblick, sondern auch Orientierung zu geben in Sachen Medien und Medienberichterstattung und der Branche den Spiegel vorzuhalten. Eine Kritik der Medienkritik sozusagen, ein Stück Aufklärung. Und das ist gelungen.

 

Doch nicht nur das ist bemerkenswert. Mindestens genauso wichtig ist die Tatsache, dass „Altpapier“, wie die Jury in ihrer Begründung schreibt, „ein Bindeglied zwischen Altem und Neuem“ ist. „Altpapier“ hat das Papier in die digitale Welt geholt, oder genauer gesagt, das, was aus journalistischer Sicht für Papier steht: nämlich Qualitätsinhalte und der Diskurs in und mit der Öffentlichkeit. Dies wurde im Internet „aufgehoben“ – im doppelten Sinne, also nicht nur bewahrt, sondern weiterentwickelt. Längst gehen die Kollegen nämlich nicht mehr zum Zeitungskiosk wie einst, sondern lesen die Artikel online oder im E-Paper. Und: sie haben ihr Spektrum erweitert. Ging es früher ganz dezidiert um Zeitungen, ist das längst überholt. „Altpapier“ hat inzwischen viele Quellen. Auch Twitter-Debatten und Blogs finden Ihren Widerhall im „Altpapier“, denn man will alle relevanten Diskussionen über Medien abbilden und die verlaufen bekanntlich anders im Netz als auf Papier oder auf den Websites der  Zeitungen – die Themen Google und Leistungsschutzrecht sind das beste Beispiel dafür. „Altpapier“ – kann man inzwischen sagen – hat sich also weiterentwickelt, weshalb der Name den Inhalt nicht mehr ganz trifft. „Altpapier“ ist zur Marke geworden und kann deshalb auch weiterexistieren, wenn es das Altpapier in der Offline-Welt vielleicht mal nicht mehr geben sollte. Herzlichen Glückwunsch auch dazu.

 

Bis an diesen Punkt zu kommen, war, wie man sich denken kann, natürlich kein Spaziergang. Das „Altpapier“ wurde schon mehrfach totgesagt. Im Zuge von Sparmaßnahmen von Finanzinvestor Montgomery, der 2007 Besitzer der Netzeitung wurde, musste „Altpapier“ Ende 2008 dicht machen. Die Seite tauchte dann im März 2009 auf dnews.de wieder auf und zwar für ein Jahr und ist nun zu finden unter evangelisch.de, das unter dem Dach des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik erscheint. Dass man das alles so durchgehalten hat, liegt daran, dass die Macher es einfach gern tun. Sie sind nicht nur ambitioniert, sondern haben auch Spaß an der Arbeit. Und auch wenn es inzwischen im Netz noch jede Menge Medienwebsites gibt – von turi.2 bis meedia.de – „Altpapier“ ist einzigartig. Denn die Seite kann es sich leisten, auf reißerische Überschriften und damit erzwungene hohe Klickzahlen zu verzichten, sich abzusetzen von Aufgeregtheiten. Ein Beispiel von Qualität in einer Zeit, da gern über Qualitätsverlust geklagt wird. Herzlichen Glückwunsch an Christian Bartels, Matthias Dell, René Martens und Klaus Raab.

 

Einzigartig ist auch das richtige Attribut für den anderen Preisträger 2012 – ich sage nicht den zweiten Preisträger, denn sie sind ja gleichwertig: „tittelbach.tv“. Seit 2009 gibt es diese Website, deren Name Programm ist. Es geht ums Fernsehen und der Mann, der das Portal prägt, heißt Rainer Tittelbach. Seine Seite ist ein Glück für alle, die Fernsehfilme und Fernsehserien lieben. Denn die haben es heutzutage schwer. Zwar nimmt die Berichterstattung über Medien zu und diffundiert – mit Blick auf die klassische Zeitung etwa – auch in andere Ressorts. Denn irgendwie haben Politik und Wirtschaft auch immer mehr mit Medien und deren Reflektion darüber zu tun. Aber: Das Genre Fernsehkritik hat dabei das Nachsehen, ist Opfer dieser Entwicklung und findet quasi nur noch am Rande statt. Eine intensive Auseinandersetzung mit Produktionen des deutschen Fernsehens gibt es kaum in unserer Medienlandschaft. Ja, der sonntägliche Tatort wird verlässlich auf spiegelonline beleuchtet, teure Produktionen der großen Sender finden auf die Medienseiten der Tageszeitungen. Und es gibt natürlich auch noch die Fernsehzeitschriften, die neben vielen vielen anderem den Mittwochsfilm der ARD oder den Donnerstagsfilm des ZDF würdigen.

 

Doch was ist mit „Flemming“ auf ZDFneo, mit „Schlaflos in Schwabing“ auf EinsFestival oder „Killerjagd. Töte mich, wenn du kannst“ auf SAT1? Was tun, wenn man Orientierung sucht und vielleicht einfach eigenproduzierte Filme oder Serien sehen will? Hier kommt tittelbach.tv ins Spiel. „Diesem Mann entgeht keine fiktionale deutsche TV-Produktion, ob Einzelstück, Mehrteiler oder Reihe. „tittelbach.tv“ bietet nicht nur ausführliche, anspruchsvolle und analytische Kritiken, klar, knapp und vergleichend, das Portal ist ein unschätzbares digitales Nachschlagewerk“, heißt es in der Begründung der Jury, Zitat Ende. „Tittelbach.tv“ erklärt alles, was der Fernsehliebhaber, der nicht an Oberflächlichkeit interessiert ist, möchte: Historische Einordnungen, aktuelle Trends und Entwicklungen und den Blick aufs Details wie Kostüm, Schnitt, Ausstattung, Licht und Ton. Es ist erstaunlich: Man hat den Eindruck, Rainer Tittelbach hat einfach nichts vergessen, nichts übersehen, was von Bedeutung wäre. Wer auf die Seite geht, sieht: Hier ist jemand am Werke – und inzwischen hat er auch einige renommierte Co-Autoren – der sein Thema liebt und der – so die Jury weiter: Zitat  „Fernsehen braucht wie Essen und Trinken“, Zitat Ende.

 

Doch nicht nur, dass „tittelbach.tv“ eine Lücke füllt, die andere Medien lassen. Er beweist auch, und das trifft natürlich auch für „Altpapier“ zu, dass die Kehrseite des so flüchtigen und oberflächlichen Internets Tiefgang ist. Dass das Netz eben auch dazu geeignet ist, Qualitätsinhalte zu veröffentlichen, wenn man denn die Chance dazu ergreift. Lange wurden Online-Journalisten, als den ich Rainer Tittelbach, der ja auch für Print arbeitet, dennoch hier bezeichnen möchte, belächelt und bis heute sind sie eigentlich immer noch Journalisten zweiter Klasse – was die Bezahlung betrifft, aber auch im Ansehen vieler etablierter Kollegen. Dass dies inhaltlich nicht gerechtfertigt ist, davon handelt tittelbach.tv auch. Möge der Bert-Donnepp-Preis ein erster Schritt sein in Richtung Gleichberechtigung. Herzlichen Glückwunsch. 

 

 

Replik

von Matthias Dell, René Martens, Klaus Raab und Christian Bartels (Das Altpapier)

(hier als mp3 anhören)

 

 

 

 

 

 

 

 

Replik

von Rainer Tittelbach (tittelbach.tv)

(hier als mp3 anhören)

 

 

Liebe Bergfest-Gäste,

 

ich war sehr gerührt, als ich gestern Abend die Preisbegründung gelesen habe. Ich realisiere so langsam, weshalb ich den Preis bekommen habe. Ich selbst mache mir wenig Gedanken darüber, wo tittelbach.tv medienpolitisch steht und ob so ein Web-„Alleingang“ möglicherweise die Zukunft für die freien Journalisten sein wird. Ich kann für mich nur sagen: Ich habe mit der Seite die Herauforderung angenommen, die das Netz heute an den Journalismus stellt. Auch wenn ich mit einer anderen Prämisse gestartet bin. Ich wollte kein Vorreiter sein. Ich wollte nur einen Mangel umgehen: den Mangel an Publikationsmöglichkeiten, und ich wollte mit der Liebe zum Gegenstand meiner Arbeit kontern.

 

tittelbach.tv war von Anfang an eine Herzenssache. Ich habe die ersten zwei Jahre nur selten danach gefragt, wie sich mit meiner Seite Geld verdienen lässt. Ich wollte erst etwas aufbauen, systematisch, strukturiert, ich wollte erst einmal etwas anbieten. Ich habe also, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, mein Erspartes auf den Kopf gehauen, und mich mit Jobs als DJ über Wasser gehalten. Das möchte ich an dieser Stelle einmal sagen, weil es bezüglich der Finanzierung sicher falsche Annahmen gibt. „Der wird sicher bezahlt von den Sendern – so positiv wie der schreibt“, vermuten sicher einige Kollegen. Und zahlreiche User sehen mich ohnehin als Servicestelle der Sender: ständig bekomme ich DVD- oder Soundtrack-Anfragen – „Wie heißt der Titel, bei dem sich das Paar das erste Mal küsst?“, wollte unlängst eine Leserin wissen; andere User bitten um Wiederholungen und es gibt gelegentlich sogar Lob für „Ihre Filme“… Ich möchte betonen: Es ist kein einziger Cent geflossen, keine Sender-Anzeige geschaltet, nicht einmal – mir unverständlich – die Mediatheken von ARD & ZDF sind beworben worden. Geworben haben allein ab und zu Produzenten für ihre Filme.

 

Vor fünf Jahren hatte ich noch keinen Schimmer davon, wie das Internet funktioniert. Ich habe in dieser Zeit das Medium einigermaßen „verstehen“ gelernt und ich habe es vor allem lieben gelernt. Das interne Verlinken, das Einbinden von Fremdinhalten, der multimediale Crossover zwischen Texten, Filmtrailern und Musikclips – diese Optionen können schon süchtig machen. Aber auch die Lust, sein eigener Redakteur zu sein, keinen schweren Apparat bewegen zu müssen, um etwas blitzschnell an den User zu bringen – diese Lust macht mich immer wieder euphorisch. Eine Ein-Mann-Redaktion ist aber auch ein Graubrot-Job: Fotos herunterladen, bearbeiten, einpflegen, Bildunterschriften schreiben, durch die Programmfahnen der Sender scrollen, um die Wiederholungen herauszulesen, Kritiken einstellen, Überschriften & Teaser texten, Verlinkungen, amazon-Cover laden, die Selbst-PR nicht vergessen, schnell noch ein Facebook-Post, die Soundtrack-Songs bei YouTube suchen… Zugleich Segen & Fluch ist die Möglichkeit des ständigen Korrigierens und Redigierens. Bei guten Filmen gehe ich bis zur Ausstrahlung immer wieder über die Texte. Besonders nach einem gelegentlichen 2. Blick sind Korrekturen bei mir gang und gäbe: ein Klick – und es geht einen Stern runter. Der unkomplizierte Zugriff und dieser ständig mögliche „Fluss“ sind für mich das Faszinierendste an der Online-Arbeit. Ich denke: ich habe für mich das ideale Medium gefunden.

 

Für mich ist es perfekt, dass ich auch ohne nachrichtlich aktuell sein zu müssen, eine erfolgreiche Webseite machen kann. tittelbach.tv wird in seiner Funktion als Programm-Guide zwar als „aktuell“ wahrgenommen, ohne dass ich wirklich unter dem Druck der Aktualität arbeiten muss wie beispielsweise die Kollegen vom „Altpapier“.

 

Eine Herzenssache ist meine Webseite auch deshalb, weil ich nicht über „Das Dschungelcamp“ schreiben muss, sondern weil ich mich ausschließlich mit der Gattung Fernsehfilm beschäftigen darf, die ich seit 20 Jahren sehr genau verfolge. Mir geht es um die Sache: die Sache ist der Fernsehfilm, die Qualität des Fernsehfilms. Eine der schönsten Erfahrungen für mich als Fernsehkritiker ist es, wenn ich einen Film entdecke, der beispielhaft ist für zeitgemäßes gutes Fernsehen, der ein Vorbild sein kann für gutes Genre-TV oder für einen modernen Themenfilm. Oft ist es ein Film, mit dem ich gar nicht so sehr gerechnet habe – und der mich gerade deshalb zutiefst überraschen kann.

 

Filmästhetik spielt im Fernsehen eine immer größere Rolle. Mit den 16:9-Flatscreens wird das Bild zunehmend wichtiger. Ein Fernsehfilm ist nicht zu reduzieren auf Geschichte und die Art und Weise, wie sie dramaturgisch erzählt wird. Auch ein Fernsehfilm ist ein Film! Dank guter Regisseure und versierter Kameraleute ein sinnliches Ereignis! Die TV-Kritik berücksichtigt das unzureichend. Da fehlt es bei den Medienkritikern auch am nötigen Handwerkszeug.  Die, die es könnten, die Filmkritiker, verschmähen dagegen nach wie vor den deutschen Fernsehfilm.

 

Ich würde die Seite gern zu einem Online-Fernsehkritik-Fachorgan erweitern mit einem Blog und Themen-Dossiers, die stärker die Perspektive der Macher einbeziehen sollen.  Mein Ziel: die TV-Fiktion muss (noch) besser werden! Ich denke, dafür braucht man auch einen Diskurs über Fernsehfilme und Serien, über Formate und Programme. Man könnte sich z.B. fragen, ob es angemessen ist, einem die deutsche Wirklichkeit nur noch durch die Brille von Kommissaren und Serienkillern zu vermitteln… Ich spüre zunehmend, dass ich im Einzelfall manchmal ungerecht werde, weil mich die Inflation von TV-Krimis insgesamt langsam nervt!

 

Ich will über die Tageskritik hinausgehen… und jetzt kommt dieser Preis, mit dem für mich ohnehin die Verpflichtung einhergeht, nicht nachzulassen und nach neuen journalistischen Formen zu suchen… das nenn’ ich Timing! 

 

Ich betrachte den Preis nicht nur als Ehre und als Belohnung für meine Arbeit. Ich erlaube mir auch, mich hier ganz offen über das Preisgeld zu freuen, denn so befreiend und belebend der Online-Journalismus auch ist – so ist das Web doch kommerziell gesehen (noch) eine trostlose Angelegenheit. Ich hatte mir das anders vorgestellt, vor vier Jahren. Ich hatte gedacht, dass ich von den Produzenten und Sendern mehr Unterstützung bekomme. Ich erreiche ausgezeichnete Zugriffszahlen. Meine Texte werden gelesen und beachtet, aber leider kaum belohnt.

 

Die Mitpreisträger vom Altpapier haben mich schon häufiger als den „Kritiker mit dem großen Herzen“ bezeichnet: Das trifft es sehr genau: Ich liebe den Fernsehfilm, ich mag die meisten Filme, über die ich schreibe, ich weiß aber auch um die Beschränkungen, denen sie oft im Entstehungsprozess unterworfen sind, ich kann oft die ängstlichen Gesichter der Redakteure sehen, die den Autoren Drehbuchänderungen aufzwingen, um das Stück weniger provokant oder vermeintlich massentauglicher zu machen. Meine Kritiken sollen auch bestärken und die Leistungen von Produzenten, Redakteuren, Autoren und Regisseuren angemessen beurteilen, denn bei aller Kritik: der Fernsehfilm ist die einzige TV-Gattung, in der das deutsche Fernsehen international mithalten kann. 

 

Zum Schluss möchte ich danken:

 

den Freunden des Grimme-Preises, die – wer es vielleicht nicht weiß – den Preis vergeben;

 

stellvertretend möchte ich Uwe Kammann und Dr. Ulrich Spies danken;

 

ich möchte all denen danken, die tittelbach.tv mit Spenden  bedacht haben und es hoffentlich weiterhin tun werden. Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, wenn man während eines langen, unbezahlten Arbeitstages eine Paypal-Mail erhält;

 

last but not least möchte ich Volker Bergmeister, Thomas Gehringer und Tilmann P. Gangloff, meinen Autoren, danken, die mich seit 2012 unterstützen. Ihr seid ein enormer emotionaler Rückhalt für mich. Ohne euch hätte ich nicht die Zeit, die entscheidenden Weichen für die Zukunft zu stellen;

 

und ich möchte meinem Webmaster Uli Schulze danken, ohne den ich allzu oft aufgeschmissen wäre. Vielen Dank!


 

 

 

Ausführliche Dokumentation

 

zur Begründung der Jury für Das Altpapier

  

zur Begründung der Jury für tittelbach.tv

 

zur Laudatio von Vera Linß

 

zur Replik von Matthias Dell, René Martens, Klaus Raab und Christian Bartels

 

zur Replik von Rainer Tittelbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Rainer Tittelbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

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Klaus Raab

 

 

  Christian Bartels

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vera Linß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Macher von Das Altpapier

 

 

 

 

Rainer Tittelbach