"Wunsch nach mehr Freiräumen und Experimenten"

Nominierungen zum 50. Grimme-Preis 2014 bekanntgegeben

(Marl/Düsseldorf) Das Grimme-Institut hat heute in Düsseldorf die Nominierungen zum 50. Grimme-Preis 2014 bekanntgegeben. Von insgesamt rund 700 Einreichungen und Vorschlägen können sich 62 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisgala am 4. April in Marl machen.

"Setzen auf Bewährtes, aber auch mehr Komödiantisches bei der Fiktion, weiter ein deutlicher Schwerpunkt bei aktuellen politischen Themen im Informations- und Dokumentarbereich, und schließlich mehr Innovatives in der Unterhaltung, aber dies vorwiegend an den Rändern: Das ist die Grundformel der Nominierungsphase für den diesjährigen Grimme-Preis", so der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. "Zum Fazit gehört: Dem Fernsehjahr 2013 lässt sich insgesamt ein gutes Niveau bescheinigen, doch bleibt der Wunsch nach mehr Freiräumen und Experimenten."

Im Wettbewerbskontingent Fiktion sind 23 Produktionen für einen Grimme-Preis nominiert. Hoffnungen auf eine Auszeichnungen können sich unter anderem machen: "Der Minister“ (Sat.1), "Gestern waren wir Fremde" (ARD/Degeto), "Mord in Eberswalde" (WDR), "Und alle haben geschwiegen" (ZDF) oder auch "Unter Feinden" (ZDF/ARTE). Im Bereich "Serien und Mehrteiler" hat die Nominierungskommission "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF), "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF) sowie die 2. Staffel von "Weissensee" (MDR/Degeto) nominiert. Für eine Spezial-Auszeichnung in der Fiktions-Kategorie sind vorgeschlagen: Martina Zöllner, Volker Heise und Thomas Kufus für Idee und Konzeption der Echtzeitserie "Zeit der Helden" (SWR/ARTE), Janna Nandzik und Johannes Boss für Konzept und Umsetzung des interaktiven, multimedialen Projekts "About: Kate" (ARTE) sowie Julia Koschitz für die schauspielerische Leistung in den Filmen "Pass gut auf ihn auf" (ZDF) und "Tödliche Versuchung" (ZDF).

Uwe Kammann: "Die Einzelstücke – besetzt oft mit schon vielfach ausgezeichneten Darstellern – sind ein Spiegelbild der vielfältigen Genres, vom Dokudrama bis zum Thriller. Erfreulich, dass mit ‚Schuld sind immer die  anderen’ ein starker Debütfilm dabei ist und dass die ZDF-Miniserie ‚Verbrechen’ ein Versprechen ist: mit ungewöhnlichen Ge-schichten und unkonventioneller Dramaturgie."

Die Nominierungskommission Information & Kultur hat 22 Produktionen für einen Grimme-Preis benannt. Zum Endkorb für die Jury gehören unter anderem "auslandsjournal – die doku: Aleppo – die geteilte Stadt" „(ZDF/3sat/ZDFinfo), "Geheimer Krieg" (NDR), "Das Moor" (BR/ARTE/ORF), "Trainer!" (WDR) und "Carte Blanche" (WDR/ARTE/SF). Im Bereich "Serien und Mehrteiler" wurden vorgeschlagen: "Sonneborn rettet die Welt..." (ZDF), "Tagesschaum" (WDR), "Volksvertreter – Abgeordnet in den Bundestag" (ZDF/3sat/ZDFinfo) sowie "ZDFzeit: „Unter Krieg – Kampfeinsatz in Afghanistan" (ZDF). Für einen Grimme-Preis Spezial sind Detlef Grumm und Hans-Georg Ulrich für die Langzeitbeobachtung über 25 Jahre in "Berlin – Ecke Bundesplatz" (WDR) vorgeschlagen sowie Monika Anthes und Eric Beres für ihre nachhaltige Recherche zum "Fall Mollath" (SWR).

"Es gibt weiterhin ein breites und in den Genres vielfältiges dokumentarisches Angebot bei den dominierenden öffentlich-rechtlichen Sendern. Doch gibt es Luft nach oben: mit mehr investigativen Recherchen und weniger engen Formatvorgaben. Und die ewige Mahnung bleibt: eine Präsentation der exzellenten Stücke zu besseren Sendezeiten", so Grimme-Direktor Uwe Kammann.

Im Wettbewerb Unterhaltung sind 17 Produktionen für eine Auszeichnung mit dem Grimme-Preis nominiert. Darunter unter anderem "Beef Buddies" (ZDF/ZDFneo), "Circus HalliGalli" (ProSieben), "Nichtgedanken" (Tele5), "Sekretärinnen – Überleben von 9 bis 5" (RTL), "Zeig mir deine Welt" (NDR) sowie "Lerchenberg" (ZDF). Für einen Grimme-Preis Spezial sind in dieser Kategorie vorgeschlagen: Kai Blasberg (Tele5) für mutige und originelle Programmgestaltung im Unterhaltungsbereich sowie Stefan Raab für seinen Beitrag im "Kanzlerduell 2013"(ARD/ProSieben/RTL/ZDF).

"Eines zeigt sich bei der Unterhaltung deutlich: im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist sie dann am besten, wenn es sich selbstironisch den Spiegel vorhält", so Grimme-Direktor Uwe Kammann. "Das Rand-Phänomen beim Innovativen, Originellen und Spannenden scheint ein allgemeines Gesetz in beiden Systemen zu sein, also auch bei den Privaten, was sehr zu bedauern ist – aber die Hoffnung auf Änderung sollten wir nicht aufgeben."

Die 50. Verleihung des Grimme-Preises findet am 4. April 2014 im Theater Marl statt.

Hintergrundinformationen zum 50. Grimme-Preis 2014 gibt es im Internet unter www.grimme-preis.de.  

 

Kontakt

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Referatsleitung Grimme-Preis
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E-Mail: spies@grimme-institut.de

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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