Begründung der Jury
Als Online-Beratung für Jugendliche widmet sich die stark besuchte „kids-hotline“ einer sozialen Verantwortung für junge Menschen im Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden und berät sie in vielfältigen Problemsituationen. Die unterschiedlich privaten Schutzräume Forum, Chat und Einzelberatung beachten den Datenschutz und bieten inhaltliche Hilfe. Sie zeigen, dass es anderen genauso geht und man mit ihnen anonym kommunizieren kann, oder bieten Hilfe durch das ehrenamtliche Expertenteam, das die Anfragen individuell beantwortet.
Da die Zielgruppe fast vollständig das Web nutzt und inzwischen intensiv Rat für ihre Probleme in Foren und Chats sucht, ist es nur konsequent und der Dialogfunktion des Mediums angemessen, im Web ein professionelles Hilfsangebot anzubieten. Kein anderes Medium leistet dies in solch passgenauer, effizienter und – trotz einer verpflichtenden Registrierung bei „kids-hotline“ – niedrigschwelliger Weise.
Dass eine solche Beratungsstelle im Web nur mit hoher Verlässlichkeit, Kontinuität und mit großem Engagement sinnvoll ist, liegt auf der Hand – die „kids-hotline“ leistet dies in vorbildlicher Weise. So kann verziehen werden, dass das Design des Angebotes zu überarbeiten wäre. Genauso, dass es innerhalb der komplexen Forenstruktur schwierig ist, sich schon vor einem Chat oder einer Einzelberatung umfassend zu informieren.
Erstmalig wird der Grimme Online Award an ein reines Beratungsangebot vergeben. Damit wird gezeigt, dass sich das publizistische Feld erweitert: Themen und Fragen werden von den Nutzern in hohem Maße selbst gesteuert. Gerade aufgrund dieser Nutzerorientierung entwickelt die Beratungsstelle „kids-hotline“ eine eigenständige und vorbildliche Funktion.

