Pressemeldungen

10.03.10

46. Adolf-Grimme-Preis: Fernsehjahrgang 2009 überzeugte gerade in der Fiktion mit exzellenter Qualität

ZDF mit 6 Produktionen Spitzenreiter / ProSieben und DSF

gewinnen je einen Preis in der Kategorie Information & Kultur


 (Marl / Düsseldorf) Das deutsche Fernsehen konnte im TV-Jahr 2009 erneut seine Erstklassigkeit unter Beweis stellen. „Der jetzige Preisjahrgang beweist eindrucksvoll, dass gutes, dass herausragendes Fernsehen keine Chimäre ist und dass sich exzellente Qualität in einem breiten Spektrum findet, gerade auch in der Fiktion“, betonte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

 

Insgesamt werden zwölf Produktionen der Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur und Unterhaltung mit den begehrten Adolf-Grimme-Preisen ausgezeichnet.

 

Im Bereich Fiktion ist das ZDF der große Gewinner. Der Mainzer Sender kann sich über vier von fünf Preisen freuen. Für seinen Krimi „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ (ZDF) erhält der Regisseur Dominik Graf seinen inzwischen achten Grimme-Preis.

 

Auch die ZDF-Produktion „Ein halbes Leben“ gehört zu den ausgezeichneten Werken. Ein aufwühlendes Drama von Nikolaus Leytner um ein tödliches Sexualverbrechen, das durch das überzeugende Zusammenspiel der Hauptprotagonisten Matthias Habich, Josef Hader und Franziska Walser unter die Haut geht.

 

In Connie Walthers Film „Frau Böhm sagt nein“ (ARD/WDR) beeindruckte neben Lavinia Wilson besonders Senta Berger die Jury als Vorstandssekretärin, die der Führungsetage ihrer Firma üppige Bonuszahlungen verweigert. Ein spannender Konflikt mit einer hohen Aktualität.

 

Weitere Preisträger sind „Mörder auf Amrum“ (ZDF) mit Hinnerk Schönemann und der Dreiteiler „Die Wölfe“ (ZDF) von Christoph und Friedemann Fromm.

 

Im Bereich Unterhaltung werden zwei Produktionen mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum einen kann sich das Team der „heute show“ (ZDF) um Oliver Welke und Martina Hill über einen Preis für ihre satirische Nachrichtensendung freuen. „Es ist bemerkenswert, dass das ZDF die Schärfe der ‚heute show‘ aushält – im doppelten Sinne“, stellte Uwe Kammann fest. Zum anderen zeichnet die Jury Ina Müller für das Talkformat „Inas Nacht“ (ARD/NDR) aus. In lockerer Kneipenatmosphäre gelingt es ihr auf freche aber dennoch sehr charmante Art, ihre prominenten Gäste nicht nur zum singen und tanzen zu animieren, sondern bringt sie auch dazu, aus dem Nähkästchen zu plaudern.

 

Im Bereich Information & Kultur werden fünf Produktionen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. „Besonders erfreulich ist, dass es hier zwei private Anbieter geschafft haben“, so Grimme-Direktor Kammann, „Das zeigt, dass besondere Anstrengungen natürlich bemerkt und auch honoriert werden.“

 

Karsten Scheuren und Bernhard Albrecht begleiten in „Galileo Spezial – Karawane der Hoffnung“ (ProSieben) ein deutsches Ehepaar, das in Afrika gegen die Genitalverstümmelung junger Mädchen kämpft, zu einer Konferenz und zeigen die dabei entstehenden Konflikte.

 

Shaheen Dill-Riaz lässt in seiner Dokumentation „Eisenfresser“ (BR/ARTE/rbb) die Folgen der jährlichen Hungersnot im Norden Bangladeschs anschaulich werden. Auf seiner Reise begleitet er Bauern, die, getrieben von der drohenden Hungerkatastrophe, in den Süden fliehen, um als Saisonarbeiter auf Schiffsabwrackwerften an den Stränden Chittagongs anzuheuern.

 

Die Produktion „Henners Traum“ (ZDF) erzählt von der (Wahn-)Idee eines Bürgermeisters, eines der größten Tourismusprojekte Europas in dem kleinen Ort Hofgeismar in Nordhessen anzusiedeln. Die Jury überzeugte die Erzählweise der Geschichte über Träume und Illusionen. Eine Story, ohne Happy-End für Hofgeismar.

 

Die schwierige Vergangenheitsbewältigung in China ist Thema der bewegenden Dokumentation „Tiananmen – 20 Jahre nach dem Massaker – Die Opfer erzählen“ von Thomas Weidenbach und Ming Shi. 20 Jahre nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking werden die Geschehnisse von damals offiziell immer noch als „Zwischenfall“ verharmlost.

 

Der Grimme-Preis ‚Spezial’ geht an Aljoscha Pause, der in „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ (DSF) von spannenden Entwicklungen im Profifußball berichtet, die es nach seiner ersten Dokumentation zum gleichen Thema seit 2008 gegeben hat.

 

Im Rahmen des 46. Adolf-Grimme-Preises 2010 erhält Helmar Weitzel für seine Darstellung in „Willi wills wissen – Wie macht der Künstler Kunst?“ (BR) den Sonderpreis Kultur des Landes NRW. In über 180 Folgen hat Weitzel verschiedenste Themen aufgegriffen und dabei Kindern die Welt erklärt.

 

Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht in diesem Jahr an Carmen Butta und René Dame. Mit ihrer „360° - GEO Reportage: Die Bambusbahn von Kambodscha“ (ARTE) spüren sie die Geschichte einer weder verbotenen noch genehmigten Bahn im Hinterland des südostasiatischen Landes auf. Bestehend aus Draisinen mit einer Bambusfläche, steht „Norry“ für den Überlebenswillen und die Improvisationskunst der Kambodschaner.

 

Mit dem Eberhard-Fechner-Förderstipendium wird Astrid Schult für „Der innere Krieg“ (ZDF) ausgezeichnet. Sie dokumentiert in eindrucksvoller Weise vier Schicksale von Soldaten und deren Angehörigen auf den US-Militärstützpunkten Landstuhl und Ramstein.

 

Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für herausragende Verdienste um das Fernsehen geht in diesem Jahr – wie bereits berichtet – an den Fernsehmacher Alexander Kluge.

 

Die Preisverleihung findet am 26. März 2010 im Theater Marl statt: Sie wird ab 19:00 Uhr live im ZDF-Theaterkanal und zeitversetzt ab 22:35 Uhr auf 3sat übertragen.

 

Durch die Verleihung führt in diesem Jahr Désirée Nosbusch. Muskalisch begleitet wird der Abend von LaBrassBanda.

 

 

Weitere Informationen:

Hintergrundinformationen zu allen Preisträgern sowie allgemeine Informationen zum 46. Adolf-Grimme-Preis gibt es auf www.grimme-institut.de.

 

 

Kontakt:

Henning Severin

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

02365 – 9189-43

severin@grimme-institut.de